„Fleck“ für Planer zum Schulstart. Probleme in allen Teilen des Waldviertels: FP-Waldhäusl schäumt, VP-Schleritzko entschuldigt sich – und verspricht Lösungen.

Von Markus Lohninger und Karin Pollak. Erstellt am 11. September 2019 (04:45)
MK, TW
Landesrat Ludwig Schleritzko entschuldigte sich für die Probleme. Landesrat Gottfried Waldhäusl kritisierte das „Fahrplanchaos“.

Gut gemeint, mit hohen Investitionen in barrierefreies Busmaterial und einem Leistungsplus von elf Prozent verbunden war die Umstellung aller Busfahrpläne vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) im Waldviertel. In einem Aufwasch sollte gleich ein neues Gesamtsystem mit Berücksichtigung von Bus- und Bahnverbindungen samt Umstiegsmöglichkeiten, angepasst an Bedürfnisse von Schul- und Arbeitspendlern, starten.

Für den Großteil der Schüler habe es laut VOR einen problemlosen Übergang oder Verbesserungen gegeben. Von einigen Schülern in allen Teilen des Waldviertels gab es zum Schulstart aber einen „Fleck“ für den VOR: Bei VOR, Gemeindeämtern, Politikern, Busbetrieben und im NÖN-Newsroom prasselten Klagen über fehlende oder unzureichende Verbindungen, nicht angefahrene Halte oder aus dem Bus „gestamperte“ Kinder nieder.

Busfahrer berichten von wüsten Beschimpfungen durch aufgebrachte Eltern. Kräftig teilte auch FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl aus – „gewisse ÖVP-Mandatare“ würden sich aus der Plicht nehmen, der VOR habe Familien zu Versuchskaninchen gemacht: Das „Fahrplanchaos“ sei eine Zumutung, das „schlechte Zeitmanagement“ des VOR unverständlich.

„Wir werden genau darauf achten, dass jedes vorgebrachte Problem genau geprüft und bearbeitet wird.“Landesrat Ludwig Schleritzko

„Wir sind verantwortlich.“Die neuen Pläne haben wir gemacht. Wir sind auch dafür verantwortlich, nicht die Gemeinden oder andere Busunternehmen“, räumt VOR-Pressesprecher Georg Huemer ein: Alle verfügbaren Experten würden mit betreffenden Busunternehmen „auf Hochdruck“ an der Lösung dieser „Mobilitätsprobleme“ arbeiten.

Auch Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) als Auftraggeber für den VOR sah sich zu einer Reaktion genötigt. „Wir wollen uns für die Probleme entschuldigen“, heißt es aus seinem Büro. Neben Verbesserungen – so wurden die Achsen Krems-Zwettl-Gmünd und Horn-Göpfritz-Waidhofen werktags auf Stundentakt verdoppelt und an Sonn- und Feiertagen ganz neu im 2-Stunden-Takt eingeführt – sei es auch zu zahlreichen Patzern gekommen, bedauert er: „Der VOR ist von uns beauftragt, rasche Lösungen für die vorgebrachten Anliegen zu ermöglichen. Wir werden genau darauf achten, dass jedes vorgebrachte Problem genau geprüft und bearbeitet wird.“

Fahrplan wird Schritt für Schritt repariert. Ein Problemherd sei etwa im Schülerverkehr die Abstimmung zwischen Linienverkehr des VOR und von Gemeinden organisierter „Gelegenheitsverkehr“ für Schulbusse. Gelegenheitsverkehr dürfe etwa zum Wenden rückwärts fahren, der Linienverkehr nicht. Daher dürfen nun wie berichtet einzelne Halte nicht mehr angefahren werden. Die Gemeinden seien über die Pläne informiert gewesen, heißt es aus dem Büro Schleritzko: Man sehe aber, dass es „noch größeren Kommunikationsbedarf gegeben hätte“.

Der VOR sammelt alle Beschwerden, reiht diese nach Priorität, arbeitet sie laufend ab. Sprecher Huemer: „Bereits vorige Woche wurde der Busfahrplan in einigen Gemeinden adaptiert, damit er wieder passt.“

VOR
Die Fahrplanumstellung brachte neben einiger Kritik auch einige Verbesserungen. So wurde für die warme Jahreszeit mit der Buslinie 744 eine Verbindung zwischen Waldviertelbahn in Litschau und tschechischer Schmalspurbahn zwischen Nová Bystřice und Jindřichův Hradec geschaffen – über die sich Bürgermeister Rainer Hirschmann, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll freuen

VOR: Schulen waren seit Mai informiert. Huemer betont, dass die neuen Fahrpläne schon Ende Mai an alle Schulen verschickt worden seien – mit der Bitte, die Schüler diese prüfen zu lassen. Auch der NÖN wurden die Pläne beigelegt. „Rückmeldungen gab es aber keine“, sagt Huemer.

Haltestellen, die nicht mehr angefahren werden dürfen, sollen in Abstimmung mit den Gemeinden entsprechend den Sicherheitsstandards saniert oder durch neue Halte ersetzt werden – passiert etwa wie in der NÖN bereits berichtet in Gars. Hinzugekommene Umstiege sollen beibehalten werden, erklärt Huemer: „Umstiege gehören zu einem modernen Öffi-System dazu. Das lässt sich bei einem Massentransportmittel nie ganz verhindern.“

Direkter Draht. Georg Huemer bittet um Übermittlung von Beschwerden mit Nennung der betreffenden Linie, notwendiger Abfahrts- bzw. Ankunftszeit direkt an den VOR (kundenservice @vor.at). Auch die NÖN vermittelt gerne: 02841/50215 bzw. redaktion.horn@noen.at!

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