Ein Radweg als Alternative zur Pulkautalbahn?. Planung für touristische Nutzung läuft weiter. Franz Göd bringt Alternative zu Zug ins Spiel.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 20. Februar 2019 (06:03)
Martin Kalchhauser
Sigmundsherbergs Bürgermeister Franz Göd (li.) und Gerhard Zauner (re.), Obmann-Stellvertreter Verein des Eisenbahnmuseums.

Ruhig wurde es zuletzt um die touristische Nachnutzung der Bahnstrecke zwischen Zellerndorf und Sigmundsherberg. Jetzt bringt der Sigmundsherberger Bürgermeister mit dem Vorschlag, die Etablierung eines Radwegs auf der Bahntrasse zu prüfen, neuen Schwung in die Diskussion.

Zuletzt wurde 2014 bekannt, dass der Verein Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg an „verschiedenen Konzepten tüftelt, wie die Strecke am besten genutzt“ werden könne, wie der damalige Verkehrslandesrat Karl Wilfing es formulierte. Damals hatte die landeseigene NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft) die rund 17 Kilometer lange Strecke an den Verein übergeben.

Martin Kalchhauser
Bürgermeister Franz Göd.

Dass die Wiederbelebung der Bahnstrecke für den Tourismus in der Region eine Wohltat wäre, sieht auch Göd so. Für ihn ist es allerdings fraglich, ob sich der finanzielle Aufwand zur Sanierung der völlig desolaten Strecke auch rentiere. „Aus dem Bezirk Horn sind die Gemeinden Meiseldorf und Sigmundsherberg betroffen. Wenn beide Gemeinden jährlich ein paar 100.000 Euro aufbringen müssen, dann ist das natürlich ein großer Aufwand“, sagt Göd.

Als Alternative denkt er hingegen einen Radweg an. Das Beispiel der Thayarunde auf alten Bahnstrecken im Bezirk Waidhofen habe gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert. Die Strecke sei von der Topographie her auch für Familientouren geeignet. Und: „Für die Bahnstrecke brauchen wir einen Zug, Personal und müssen die Strecke herrichten. Da wäre die Errichtung des Radweges die billigere Alternative“, so Göd. Wie die Finanzierung dieses Projektes aussehen könnte, müsse man dann allerdings erst diskutieren.

Zauner: „Von dieser Idee wissen wir nichts“

Überrascht von diesem Vorstoß reagiert Gerhard Zauner, Obmann-Stellvertreter des Vereins Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg. „Wünschen kann man sich viel. Man kann auch über alles reden. Aber diese Idee ist mir völlig neu“, sagt er auf NÖN-Anfrage. Dem Verein liege ein rechtsgültiger Bescheid vor, dass „wir hier eine Eisenbahnstrecke mit Eisenbahn-Infrastruktur übernommen haben“, sagt Zauner.

NOEN
Gerhard Zauner, Obmann-Stellvertreter Verein Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg.

Die Strecke ist derzeit von der NÖVOG gepachtet. Der Verein hatte ins Auge gefasst, die Strecke Sigmundsherberg-Zellerndorf über Retz mit der Strecke des Reblaus-Expresses zu verbinden. Auch die Idee, über Sigmundsherberg den Südmährischen Raum um Znaim an die Kamptalbahn und die Wachau anzubinden, stand im Raum.

Eine vom Verein und den an der Strecke liegenden Gemeinden in Auftrag gegebene Studie habe der Strecke touristisches Potenzial bestätigt. Der Verein warte jetzt auf einen weiteren Bescheid, um bei der „ÖBB vorstellig zu werden, um abzuklären, ob man deren Gleise in Sigmundsherberg benutzen darf“, so Zauner. Zudem gelte es, die finanzielle Frage und mögliche Förderungen zu klären. „Wir sind permanent mit dem Thema beschäftigt“, sagt Zauner.

Wenig Chance auf eine Etablierung der Bahnstrecke räumt indes Retzerland-Geschäftsführer Reinhold Griebler ein: „Die Idee ist definitiv vom Tisch“, sagt er. Es habe im vergangenen Herbst Gespräche dazu gegeben, dabei sei jedoch entschieden worden, dass ein erneuter Ausbau als Zugstrecke keinen Sinn mache. Zu hoch wären die Kosten dafür.

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