Waldviertel ist bei Waldbrand gewappnet. Feuerwehr-Einheiten werden speziell ausgebildet. Riener ist Waldviertels Zugskommandant.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:23)

Der Landesfeuerwehrverband hat einen Sonderdienst für Wald- und Vegetationsbrände eingerichtet – und baut jetzt die Struktur auf. Vier „Züge“ mit fast 60 Mitgliedern werden in den vier Landesvierteln installiert: Wolfgang Riener ist als Zugskommandant fürs Waldviertel zuständig. Initialzündung für die Gründung gab die steigende Trockenheit.

Profis in Portugal über die Schulter geschaut

„Wir sind nicht die Wunderwuzzis, die alles wissen, aber man beschäftigt sich damit und hat dann eine Ausbildung“, erklärt Riener, FF-Kommandant in Geras. Das ist das Herzstück des Sonderdienstes: FF-Mitglieder werden einheitlich ausgebildet, sodass sie sich selbst schützen und taktisch bei Waldbränden vorgehen können. Die ersten Gruppen waren bereits in Portugal, wo Brände zum Alltag gehören.

Andere Voraussetzungen in Österreich

„Man muss das Rad nicht neu erfinden“, habe Riener dort selbst viel lernen können. Österreich könne man dennoch nicht mit Portugal vergleichen: Schwarzkiefer, Eukalyptus oder Ginster wachsen dort. Deren ätherischen Öle lassen sie „wie Zunder“ brennen. Die portugiesische Wehr lässt Flächen kontrolliert abbrennen und arbeitet mit Brandschneisen: Die Vegetation wird abgetragen, damit das Feuer nicht übergreift.

Die Methoden seien nicht eins zu eins auf Österreich übertragbar, weil dort andere Voraussetzungen herrschen. Waldbrände glosen hierzulande oft am Boden dahin. Riener sah im Gegensatz dazu, wie schnell sich das Feuer in Portugal ausbreitet.

Befahrbare Wege, Wasserstellen und mögliche Investitionen

Jetzt gehe es darum, sich bestimmten Fragen zu stellen: „Welche Wege kannst du wo befahren? Wo ist Wasser?“, nennt der FF-Mann Beispiele. Das Aufsetzen von Karten zur Orientierung „sind die Hausaufgaben“. Wie unwegsames Gelände erreicht werde, sei ebenso wichtig.

Investitionen in neue, speziell ausgerüstete Fahrzeuge für den einzelnen Zug, der ja auch von A nach B gelangen müsse, schließt er nicht aus. Portugal habe aber gezeigt: „Man man kann mit einfachem Material auch arbeiten.“ Und man könne mit wenig Wasser viel erreichen.

„Wir werden nicht die Elite sein“

Riener hält es für wichtig, das Bewusstsein der FF-Leute zu schärfen. Man wolle ihnen nichts „von oben herab aufs Aug’“ drücken. So, wie der Hochwassereinsatz funktioniert, so wolle man „kleinweise“ den Brand-Sonderdienst aufbauen.

„Wir werden nicht die Elite sein und auch nicht Heros. Wir sind eine Unterstützung für Bestehendes.“ Die speziell ausgebildeten Mitglieder werden der betroffenen Feuerwehr helfen. „Wenn etwas Gröberes passiert, dann sind wir gewappnet“, betont er. „Man braucht keine Angst vor dem Feind haben.“

Angerer: „Gut, dass jetzt Vorkehrungen getroffen werden“

Bezirksfeuerwehrkommandant Christian Angerer freut sich, das sein Bezirk den Zugskommandant stellt. „Wolfgang Riener bringt neben seinen feuerwehrtechnischen auch seine beruflichen Fähigkeiten ein: Er ist Forstwirt und das ist sicher keine schlechte Sache.“ Er glaubt, dass sich die Wehren mehr mit Bränden auseinandersetzen müssen. „Und es ist gut, jetzt schon Vorkehrungen zu treffen.“