Stille, die verordnet ist. Alle Gäste abgereist: Im Kloster Pernegg ist’s noch ruhiger als sonst. Bitter für Rebernig: Er musste Mitarbeiter kündigen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 31. März 2020 (11:17)

„Diese Tage werden immer in Erinnerung bleiben“, erzählt Klaus Rebernig, der mit seiner Frau das Fastenzentrum im Kloster Pernegg führt. Er denkt dabei an das Wochenende nach dem Freitag, den 13.

Nicht sofort war klar, dass der Betrieb geschlossen werden muss. „Wir waren ausgebucht.“ 30 bis 50 Personen sind noch angereist, man hielt unter Einhaltung eines gehörigen Abstands zueinander und oftmaliger Desinfektion noch Kurse ab. Doch am Samstag zu Mittag informierte man die Kunden, „dass es nicht mehr geht“.

Das ganze Haus musste abreisen: „Die Stimmung war ruhig“, erzählt Rebernig. „Wir haben noch Witze gemacht.“ Der Betrieb hatte kostenlose Storno angeboten. „Viele haben umgebucht und die Anzahlung stehen lassen. Das hilft.“

Kurz wird es still beim Telefongespräch. „Dann kam das emotional Schlimmste“, hat er am 16. März das Gespräch mit dem Personal gesucht. „Ich habe 18 Mitarbeiter, drei sind für die Kurzarbeit angemeldet.“ Die anderen mussten entlassen werden. „Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter“, betont er. Niemand habe alles stehen und liegen gelassen, sondern zum Beispiel alles fertig geputzt. Einer ist stets vor Ort.

„Wir kommunizieren jetzt das, was die Regierung vorgibt“, rechnet zumindest die Website mit der Öffnung des Betriebs am 15. April. „Dass das durchführbar ist, glaube ich nicht. Das wird noch ein paar Wochen dauern.“ Die Rebernigs nutzen die Zeit, um Wartungen durchführen zu lassen, sofern Firmen greifbar sind. Die sozialen Kanäle werden überarbeitet, die Website geprüft und man bleibt im Kontakt mit den Kunden. „Ich glaube, dass sich die Leute freuen, etwas von Pernegg zu hören.“

Und: „Wir bereiten uns auch auf zukünftige Baupläne vor.“ Das renovierte Gästehaus „Rosalia“ öffnete im Sommer des Vorjahres die Pforten, schon da dachte man an die Erneuerung des zweiten Hauses – und an eine Erweiterung des Hotelbetriebes. Was Rebernig sehr gefreut habe, dass der Geschäftsleiter seiner Bank – Werner Scheidl – sofort angerufen und Hilfe angeboten habe. „Das ist schon Partnerschaft, die gelebt wird.“

Jetzt sei es so, dass man sich an der Leine entlang hantle. „Wir sind betroffen, aber man muss auch an die Fastenbetreuer oder Masseure denken, die hauptsächlich davon leben“, bewertet Rebernig die Gesamtlage. „Wir haben ein Liquiditätsproblem, aber die Einzelunternehmen sind die Armen.“ Er hält zwar den Härtefallfonds für sinnvoll, nur: „Es ist schon sehr bürokratisch“, merkt er an. „Man will sowieso nichts geschenkt kriegen.“ Er frage sich aber schon, ob ein Einzelunternehmen das Verfahren so schnell hinbekommt, wie es das brauchen würde.

Pessimismus ist trotz Corona nicht zu hören. „Ich sage, die Krise ist dazu da, etwas zu lernen, da gibt es eine Chance. Wenn die Räder angehalten werden, dann hat man Zeit sich zu positionieren und etwas Kreatives zu entwerfen“, sagt Rebernig. „Ich sehe die Zukunft positiv, es wird wieder angehen.“