Wirt will trotz Insolvenz weiterkämpfen. Masseverwalter prüft gerade, ob eine Fortführung möglich ist. Der Wirt will weitermachen und hofft auf die Unterstützung seiner Gäste.

Von Karin Pollak und Karin Widhalm. Erstellt am 03. Oktober 2019 (13:55)
Straningerhof
Das Gasthaus hat nach wie vor seine Türen geöffnet.

Das Gasthaus „Straningerhof“ ist zahlungsunfähig: Das gibt die Creditreform als staatlicher Gläubigerschutzverband bekannt. Das Insolvenz-Verfahren wurde am Landesgericht Krems eröffnet: Masseverwalter ist Rechtsanwalt Heinrich Nagl aus Horn.

„Jetzt ist vorrangig zu prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens möglich ist. Ich bin gerade dabei, diese Frage zu klären“, berichtet er. „Gerade in dieser Ortschaft wäre es sicherlich von Interesse, dass das Gasthaus bestehen bleiben kann.“ Das sieht Bürgermeister Andreas Fleischl genauso: „Es ist ein Jammer, aber ich hoffe, dass es weiter geht. Die Chance besteht“, habe ihm der Wirt von einer guten Auftragslage im Herbst berichtet. Die Marktgemeinde selbst ist unter den Gläubigern.

"Habe Umstellung zu profitablen Betrieb vorgenommen"

Der Wirt ist zuversichtlich. Thomas Stefan führt die Insolvenz auf zu hohe Personalkosten und seinem zweiten Betrieb, der nicht gewinnbringend gewesen sei, zurück. Er habe das Sportcafé in Sitzendorf (Bezirk Hollabrunn) zwar schon an die Gemeinde übergeben und mittlerweile „die Umstellung zu einem profitablen Betrieb“ vorgenommen. „Aber das ist zu spät erfolgt“, erzählt Stefan, der seit 2016 das Gasthaus in Straning betreibt.

Der Wirt steht selbst in der Küche, seitdem er sich einvernehmlich von seiner Köchin getrennt habe. „Meine Gäste sind sehr zufrieden mit meiner Küche“, hoffe er weiterhin auf die Unterstützung der Bevölkerung. „Alles geht für den Gast wie gewohnt weiter.“ Der Straningerhof hat wie bisher geöffnet, auch für Feierlichkeiten; nach wie vor werden Kindergärten beliefert und täglich für „Essen auf Räder“ gekocht.

Mittlerweile zweite Insolvenz

Die Insolvenz sei auf Antrag eines Gläubigers erfolgt, berichtet Stephan Mazal, leitender Insolvenzreferent bei Creditreform. „Es handelt sich bereits um die zweite Insolvenz, erst vor zwei Jahren wurde ein Konkurs eröffnet“, führt er aus. „Die Sanierungsplanquoten für die Gläubiger konnten jedoch nicht vollständig bezahlt werden.“

Vier Mitarbeiter beschäftigt Stefan (einmal Vollzeit, einmal geringfügig und zwei Aushilfen). „Sollte die Überprüfung ergeben, dass sich durch die Fortführung Verluste ergeben, dann muss das Gasthaus geschlossen werden“, stellt Anwalt Nagl klar. Forderungen können bis zum 30. Oktober eingereicht werden. Die erste Tagsatzung bei Gericht findet am 13. November statt.