Bezirk Horn: Schule läuft über Mails. Der Unterricht in den Volksschulen nimmt elektronischen Weg.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 07. April 2020 (08:43)
Julian Haller (links ) und Sebastian Böhm (rechts) genießen die Betreuung von Pädagogin Tanja Weber in der Horner Volksschule.
privat

Wie ergeht es derzeit den Schulen in der Coronakrise? Und wird eine Betreuung in den Osterferien gebraucht? Die NÖN sprach mit einigen Schuldirektoren.

Volksschule Horn: „Eltern sind unsere wichtigsten Partner.“

Direktorin Herta Ucsnik arbeitet von zu Hause aus, ist aber ständig mit ihrem Lehrerteam im Kontakt, die Lehrer wiederum sind mit den Eltern in Verbindung. „Es gibt überhaupt niemanden, der nicht erreichbar ist. Wir arbeiten großteils über Mails und bei Bedarf telefonisch“, erzählt sie. „Die Zeit jetzt zeigt uns, dass die Eltern unsere wichtigsten Partner sind. Die Pädagogen sind die Experten, was die Auswahl des Unterrichtsstoffes betrifft.“ Man sei bemüht, die 225 Schüler mit Material in Papierform zu versorgen, „weil dadurch gewährt ist, dass für hundert Prozent der Schüler das Lernen weiterläuft.“

„Weil dadurch gewährt ist, dass für 100 Prozent der Schüler das Lernen weiterläuft.“Herta Ucsnik, VS-Direktorin in Horn, über den Vorteil von Lernmaterialien in Papierform

„Interesse aller ist zu betonen.“

Diese Art des Unterrichtens funktioniere gut, sagte Ucsnik. Der intensive Kontakt der Klassenlehrer zu den Eltern helfe, denn so kenne man die individuellen Familiensituationen. Kernstoff gibt es in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht, bisweilen bringen Musik, Bildnerische Erziehung und Ideen für Basteleien Abwechslung. Englisch findet online statt und die Tschechisch-Lehrerin hält mit sechs Klassen die Verbindung: „Ebenso die Religionslehrer, denn wir haben die Zeit vor Ostern“, betonte Ucsnik. Mit dem Workflow ist die Direktorin übrigens zufrieden: „Das Interesse aller ist zu betonen und darüber bin ich sehr froh als Leiterin. Wir stehen auch in den Osterferien immer für die Familien zur Verfügung.“

Ostern: Nur Freizeitbetreuung

Nicht alle Kinder in Horn sind zu Hause, einige werden im Volksschulgebäude betreut. „Die Zahl bewegt sich zwischen eins und sechs aktuell in der vorigen Wochen“, berichtet Ucsnik, dass das Angebot flexibel an den Bedarf angepasst wird. „In den Osterferien haben wir täglich fünf oder sechs Kinder in der Schule.“ Die Lehrerinnen wechseln einander ab. „In der Ferienwoche gibt es sicher nur Freizeitbetreuung“, betont die Direktorin. „Generell wissen die Eltern, dass der Unterricht daheim stattfindet, sonst würden alle Angst haben, sie würden etwas versäumen“, führt Uccsnik aus. „Alle Lehrerinnen stehen untereinander im guten Austausch, das ist wichtig; besonders in den Parallelklassen werden die Arbeiten miteinander koordiniert.“

Gute Tipp von der Direktorin

Ucsnik findet es gut, dass die Medien immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig eine Tagesstruktur mit Lernphasen und Pausen ist. „Wir erinnern auch die Eltern daran, wie wichtig die Bewegung im Freien für die Kinder ist; auch ist es gut, sich in der Betreuung abzuwechseln, besonders, wenn die Nerven blank liegen.“

Volksschule Gars: Fünf Kinder werden betreut

Seit Österreichs Schulen zu sind, findet zwar in Gars Vormittagsbetreuung für durchschnittlich fünf Kinder pro Tag, aber keine Nachmittagsbetreuung mehr statt. „Und das wird sich auch nach den Osterferien, in denen die Schule geschlossen ist, soweit ersichtlich nicht ändern“, erklärte Direktorin Gabriele Weiler. Die Gemeinde Gars hat den Elternbeitrag für die Nachmittagsbetreuung im April ausgesetzt.