Vorliebe für großen Christbaum

Erstellt am 30. November 2011 | 00:00
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Web-Artikel 2322
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SAISONERÖFFNUNG / Als Gast der ARGE der NÖ Christbaumerzeuger beim Verkaufs-Auftakt verriet Landesrat Stephan Pernkopf Persönliches zum Thema Weihnachten.

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VON MARTIN KALCHHAUSER

RODINGERSDORF / Gleich fünf gewichtige Argumente wusste Landesrat Dr. Stephan Pernkopf bei der offiziellen Eröffnung der Christbaum-Saison 2011 zur Freude Franz Raiths in dessen Christbaumhof in Rodingersdorf für die heimischen Bäume in die Waagschale zu werfen.

Wie Pernkopf ausführte, seien sie ökologisch produziert, durch geringe Transportwege werde die Umwelt wenig belastet („Mit im Durchschnitt weniger als 40 Kilometern zum Kunden sind unsere Christbaumerzeuger ja ,Nahversorger‘!“), das Produkt sei wichtiger Wertschöpfungsfaktor, sichere Arbeitsplätze (1000 Saison-Jobs in Ernte und Verkauf), und schließlich seien die Bäume bei ihrer Verwertung Biomasseproduzenten. „Unsere Christbaumbauern punkten in Bezug auf Landschaft, Umwelt und Energie!“, gab Pernkopf seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Bäume in allen zu ihm ressortierenden Bereichen positive Effekte hätten.

Idealismus der Produzenten  macht viele Nachteile wett

 

Der Landesrat versäumte es aber auch nicht, Franz Raith und DI Karl Schuster dafür zu danken, dass die auf höchste Qualität ausgerichtete Baumproduktion in Niederösterreich letztlich zu einer Marktführerschaft in ganz Europa geführt habe.

Raith stellte die ARGE, eine „vor 15 Jahren gegründete Gruppe von Einzelkämpfern“, vor und betonte, dass es gelungen sei, die damals vorherrschende „Dänische Tanne“ durch heimische Produkte zu ersetzen. „Wir sind heuer sicher einer der besten, wenn nicht der beste Verein in der ganzen EU“, so Raith, der seit 2009 auch Präsident der europäischen Christbaumerzeuger (CTGCE) ist. „Wir haben zwar nicht so viel Geld zur Verfügung wie manche unserer Mitbewerber, aber der Idealismus unserer Bauern ersetzt viele Mittel.“

ARGE-Geschäftsführer DI Karl Schuster steuerte Daten bei: „Es sind heute trotz vergangener Befürchtungen mehr Bäume gefragt als früher. In mehr als 500.000 Single-Haushalten steht ein Weihnachtsbaum!“

Hoffnung: Ost-Exporte und  eigene Samen für Bäume

 

Die Produktion erfolge nachhaltig (Ersatz-Pflanzungen) unter möglichst naturnahen Bedingungen. Keine Sorge gebe es wegen einer Überproduktion: „Wir können neue Absatzmärkte in unseren östlichen Nachbarländern erschließen. In vielen slowakischen Haushalten stehen noch Plastikbäume.“ Viel Aufmerksamkeit wende man derzeit der Produktion eigener Samen zu, die aus unsicheren Ländern wie Georgien, Russland und der Südtürkei eingeführt werden. „In den nächsten fünf Jahren sollten wir eigene Samen für unsere Nordmanntannen haben.“

Als Kind mit dem Vater den  Baum aus dem Wald geholt

 

Womit verbindet Landesrat Stephan Pernkopf Weihnachten, und wie wird es bei ihm zu Hause gefeiert? „Erstmals werden meine Frau und ich heuer gemeinsam Weihnachten feiern, nachdem wir bisher bei den Eltern waren.“ Er verbinde das Fest mit glänzenden, strahlenden Kinderaugen, die er derzeit bei seinen Neffen und Nichten erlebe. Aus der eigenen Kindheit erinnere er sich gut, wie er mit seinem Vater den Christbaum aus dem eigenen Wald holen durfte. „Dann war die Stube mehrere Tage lang versperrt, und wir haben erst den aufgeputzten Baum wieder sehen dürfen.“

„So hoch wie der Raum, in dem er steht“, werde der erste eigene Christbaum sein, so Pernkopf. Diplomatische Antwort bei der Frage, wie er aussehen und wer ihn aufputzen werde: „Ich nehme an, wir schmücken den Baum gemeinsam. Darüber, wie er ausschauen soll, da muss ich erst mit meiner Gattin reden…“

Beste Laune herrschte, als Landesrat Dr. Stephan Pernkopf (rechts) den soeben geschnittenen Christbaum gemeinsam mit dem Hausherrn Franz Raith in den Hof trug, wo er zum Verkauf angeboten wird.