Jürgen Maier: "Leute wollen Kurz als Kanzler". "Die Wähler trauen Sebastian Kurz einfach zu, dass er der Beste als Kanzler ist" - so erklärte der Horner ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier den klaren Wahlsieg der ÖVP. Für Maier besonders erfreulich: Das deutliche Ergebnis für die ÖVP im Bezirk Horn.

Von Thomas Weikertschläger und Markus Lohninger. Erstellt am 30. September 2019 (08:08)
Thomas Weikertschläger

An diesem Triumph-Tag der Türkisen trug die Horner Bezirks-Partei mit 56,5 Prozent und einem Zuwachs von 9,0 Prozentpunkten (vor Auszählung der Wahlkarten) laut Maier "wieder ihren Teil zum tollen Erfolg" bei.

Laut Maier ist dies auch auf die tolle Arbeit der "funktionierenden Funktionäre" im Bezirk zurück zu führen. Zuwächse über zehn Prozentpunkte gibt es gleich in mehreren Gemeinden, Pernegg liegt dabei mit 14,6 Prozent vorne. Die absoluten Top-Werte gab es in den ÖVP-Hochburgen Weitersfeld und Röhrenbach mit jeweils 70,9 Prozent.

FPÖ hält Rang Zwei

Als kleinen Trost empfindet FPÖ-Bezirksobmann Klemens Kofler, dass seine Blauen zumindest im Bezirk Horn Rang Zwei vor der SPÖ behalten konnten. Mit 15,6 Prozent und einem Minus von 9,1 Prozentpunkte habe man aber dennoch einen "Schraufn" bekommen. Verantwortlich machte er dafür sowohl "eigene Fehler", als auch das Ausschlachten derselben durch die Medien. Die FPÖ habe aber schon schwierigere Krisen als diese gemeistert.

SPÖ: Zugewinne nur in Röhrenbach

Die SPÖ musste in 19 der 20 Bezirksgemeinden Verluste hinnehmen. Lediglich in Röhrenbach gelang ein kleines Plus von 0,3 auf bescheidene 5,3 Prozent.  Zumindest in Sigmundsherberg (27,3 Prozent) und Eggenburg (20,0) konnte die SPÖ einigermaßen reüssieren. Für SP-Bezirksvorsitzenden Josef Wiesinger, der mit einem etwas besseren Ergebnis gerechnet hatte, ist die Tatsache, dass lediglich die ÖVP von den Verfehlungen der FPÖ wie dem Ibiza-Video profitieren habe können, Grund für das schwache Ergebnis.

Feierstimmung bei den Grünen

Top hingegen die Stimmung bei den Horner Grünen, die sowohl stimmen- wie auch prozentmäßig das beste Ergebnis der Geschichte verzeichnen konnten. 7,0 Prozent holten die Grünen im Bezirk, um 5,0 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2017. Auch wenn das Wählerverhalten bei einer Gemeinderatswahl anders sei, müsse man diesen Aufwind in die Wahl im Jänner 2020 mitnehmen, meinte Bezirkssprecher Walter Kogler-Strommer.  f

Fix ist, dass der Bezirk künftig nur noch durch die Waldviertler VP-Spitzenkandidatin Martina Diesner-Wais im Nationalrat vertreten sein wird.

Wie sieht es im Wahlkreis Waldviertel insgesamt aus? Neben Diesner-Wais bleibt auch der im Juni in den Nationalrat aufgerückte Parteikollege Lukas Brandweiner fix (Bezirk Zwettl) im Parlament, für einen dritten Mandatar reichte das Stimmenplus laut Diesner-Wais noch nicht aus. Günter Steindl (Krems), der in der SPÖ statt Konrad Antoni als Spitzenkandidat im Waldviertel aufgestellt wurde, wird dem Nationalrat mit größter Wahrscheinlichkeit nicht angehören.

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (Krems) soll indes durch die Landesliste für NEOS im Parlament bleiben, Alois Kainz (Zwettl) könnte vom Landesparteivorstand eventuell über die FP-Landesliste mit einem Ticket für den Nationalrat ausgestattet werden. Gute Chancen hat derzeit Grünen-Spitzenkandidat Martin Litschauer (Waidhofen) als Vierter der Landesliste. Er muss allerdings noch die Auszählung der Wahlkarten am Montag abwarten.

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