Geballte Lagerhaus-Kraft: Weitersfelder „Ja“ zur Fusion. Die Lagerhäuser Hollabrunn-Horn und Weitersfeld-Zissersdorf gehen zusammen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:47)
Nowak
Obmann Johann Huber (links), der 20 Jahre lang mit großem Einsatz an der Spitze der Lagerhausgenossenschaft Weitersfeld- Zissersdorf gestanden war und nun zum Ehrenobmann gewählt wurde, übergab nach dem Fusionsbeschluss sein Amt in Anwesenheit von Generaldirektor Reinhard Wolf (rechts) an seinen designierten Nachfolger Martin Müllner, der Obmannstellvertreter der vergrößerten Raiffeisen-Lagerhausgenossenschaft Hollabrunn-Horn werden wird.

„Danke, dass Sie sich zum Wohle der Zukunft unserer Genossenschaft für die Fusion mit einem starken Partner entschlossen haben“, freute sich Johann Huber, langjähriger Obmann des Lagerhauses Weitersfeld-Zissersdorf.

Er verkündete das Abstimmungsergebnis über die Verschmelzung mit dem Raiffeisen-Lagerhaus Hollabrunn (die NÖN berichtete). 75,76 Prozent der 323 bei der Generalversammlung im Weitersfelder Widdersaal anwesenden Mitglieder sprachen sich für die Fusionierung aus. Diese ist rückwirkend mit 31. Dezember 2018 gültig, das neue Lagerhaus firmiert künftig unter dem Namen „Lagerhaus Hollabrunn-Horn“ und wird mit rund 200 Millionen Euro das umsatzstärkste Lagerhaus des Landes sein. An insgesamt 30 Standorten beschäftigt das neue Lagerhaus nun 600 Mitarbeiter.

Zu den Zielen zählt, die Expertise aus den einzelnen Regionen zusammenzuführen, Angebot und Beratung zu bündeln, nachhaltig in die Infrastruktur zu investieren und somit topausgestattete Kompetenzzentren im gesamten Genossenschaftsgebiet zu bieten. Konkrete Agenden sind die Modernisierung von in die Jahre gekommenen Agrarstandorten und Werkstätten, die Etablierung eines leistungsfähigen Tankstellennetzes sowie die Erweiterung und Attraktivierung der Bau- & Gartenmärkte in Stockerau und Retz.

Der Abstimmung waren Informationen des Leitungsausschusses, ein Zustandsbericht von Direktor Edwin Vorhemus, der die Situation der Raiffeisen-Lagerhausgenossenschaft Weitersfeld beleuchtete, sowie ein Zukunftsgutachten von Raiffeisenverbands-Revisor Michael Pany vorausgegangen. Er prognostizierte einem weiterhin eigenständigen Lagerhaus Weitersfeld-Zissersdorf bis 2022 keine positiven Aussichten.

Vorhemus blickte voraus, welche konkrete Investitionen und Strukturmaßnahmen nach der Fusion in der Zentrale in Weitersfeld und den Filialen Drosendorf, Langau, Pulkau, Retz, Sallapulka und Zissersdorf bis 2025 bewältigt werden könnten.

Größe soll Schwieriges abfedern können

Nach der lebhaften Diskussion und der folgenden positiven Abstimmung gratulierten sowohl Bürgermeister Friedrich Schechtner (Hardegg) als auch „Raiffeisen Ware Austria“-Generaldirektor Reinhard Wolf den Mitgliedern, dem ausscheidenden Obmann Huber und seinen Funktionären zu dem Entschluss, die derzeit schwierigen Fragen der Bauernschaft in einer größeren Einheit mitgestalten und mitbestimmen zu können. Hollabrunn-Horn stimmte der Fusion mit 96 Prozent zu.

Bemerkenswert ist, dass bei der am gleichen Tag stattgefundenen Generalversammlung der Genossenschaft Absdorf-Ziersdorf, welche die Verschmelzung mit Weitersfeld und Horn-Hollabrunn zur „Raiffeisen-Lagerhausgenossenschaft Manhartsberg“ zum Ziel hatte, die Zustimmung (Zweidrittelmehrheit) knapp verfehlt wurde.

Für die zukünftige neue gemeinsame Genossenschaft wurden von Weitersfeld Martin Müllner als Obmann-Stellvertreter und Franz Frank als Aufsichtsratsobmann-Stellvertreter sowie für weitere Funktionen Franz Jordan, Reinhard Schnabl, Brigitte Rockenbauer, Andreas Schmutz, Erhard Spitaler, Eduard Zotter, Harald Breitenfelder Andreas Riedmayer und Herwig Bauer nominiert.

Der Bericht von Obmann und Geschäftsführer bei der am selben Tag vorgenommenen ordentlichen Generalversammlung wies für das Geschäftsjahr 2018 eine Bilanz von 20,9 Millionen Euro mit einem Umsatzplus von 6,44 Prozent und einem Verlust von 123.000 Euro gegenüber dem Jahr 2017 aus.

Umfrage beendet

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