Lösung im Streit um Hundegebell?. Bei weiterer Verhandlung in Weitersfeld wurde Lokalaugenschein bei Hundehalterin durchgeführt. Streitparteien signalisieren Bereitschaft zu Vergleich.

Erstellt am 23. Oktober 2020 (04:20)
Symbolbild

Mit einem Vergleich endete die erneute Verhandlung am 16. Oktober wegen störenden Hundegebells in Weitersfeld. Hier hatte sich im Sommer eine Tierschützerin mit über 30 Hunden eingemietet, wenngleich im Mietvertrag mit den Grundeigentümern die Begrenzung der Hundeanzahl auf einen Haushalt festgeschrieben wurde. Die Folge war eine Räumungsklage, deren erste Verhandlung am 25. September stattfand (die NÖN berichtete). Die Vernehmung der Streitparteien und mehrerer Zeugen endete nach über vier Stunden mit einer Vertagung auf den 16. Oktober.

So fand am vergangenen Freitag ein Lokalaugenschein am gemieteten Grundstück und in den Räumlichkeiten der beklagten Partei statt. Im Gasthaus Kurz protokollierte Richter Thomas Zach dann die Begehung: Er habe im offenen Teil der Anlage 20 bis 30 Hunde wahrgenommen, der Großteil dieser habe gebellt, beim Betreten des Wohnbereiches seien zehn Hunde „hochgesprungen“, was die Beklagte mit deren Nervosität begründete. In einem weiteren Zimmer habe er Katzen und Hasen vorgefunden. Der Boden wies Kratz- und Verschmutzungsspuren auf, was dem schlechten Wetter der vergangenen Tage geschuldet sei. Nach Beendigung des Augenscheines sei jedenfalls kein Hundegebell mehr vernommen worden.

In den Einvernahmen merkte dann die erste Zeugin an, dass Hundegebell aus dem Anwesen „jederzeit in unterschiedlicher Dauer und Lautstärke“ möglich sei. Konkret gebe es pro Tag durchschnittlich drei bis sechs Mal lautes Gebell, am Verhandlungstag selbst hätten die Hunde intensiv und laut von 7 Uhr bis 7 Uhr 30 gebellt. Das Störende sei für sie eher die schrille Stimme der Beklagten und das Kläffen. In ihrer Nachbarschaft gebe es vier weitere Hunde, die jedoch kaum auffällig seien, fallweise höre sie Hühner, die jedoch nicht störend seien. Allerdings habe Häufigkeit und Intensität des Hundegebells seit dem Zuzug der Beklagten merklich nachgelassen.

Eine weitere Zeugin sprach hingegen von täglich zehnmaliger Belästigung durch Hundegebell und Geruch, sie fürchte zudem, dass der Zaun der Beklagten dem Ansturm der Hunde auf Dauer nicht standhalte und sie in der Folge dadurch Schaden nehmen könnte. Angesprochen auf sonstige Tiergeräusche in ihrer Nachbarschaft verneinte sie jegliche weitere Belästigung.

Zieht Hundehalterin mit Ende April aus?

Vor der Anhörung der weiteren geladenen Zeugen konnte sich Zach mit den Parteivertretern auf die Diskussion eines Vergleiches einigen. Nach etwa einer Stunde konstruktiver Bemühungen der klagenden und beklagten Partei wurde ein auf vier Wochen befristeter Vergleich geschlossen. Bis dahin sollten beide Parteien Ihren genau definierten Pflichten als Vermieter bzw. Mieter nachkommen. Die Hundehalterin würde dann zum 30. April 2021 ausziehen.