Schon 6.100 Waffen im Bezirk Horn. Seit mehreren Jahren nimmt die Zahl der registrierten Waffen landesweit zu. Auch in Horn gab es wieder einen Anstieg.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:16)
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Die Waffenkäufe steigen. Immer mehr Österreicher schaffen sich Schusswaffen an. Die Gründe dafür sind vielseitig. Ein Gefühl der Sicherheit wird für viele immer mehr zum Bedürfnis. Ein Großteil der Waffenbesitzer ist aber natürlich bei Jägern und Sportschützen zu finden.

Erneuter Anstieg nur minimal. Zumindest im Horner Bezirk ist der Anstieg an registrierten Waffen aber auch nicht allzu dramatisch. Ein leichter Trend ist trotzdem festzustellen. Waren es zum 1. 1. 2020 noch 5.970 registrierte Schusswaffen der Kategorien A-C, sind es heuer 6.124. Von einem Waffenboom, wie im Jahr 2016, der durch Terroranschläge und Flüchtlingskrise bedingt war, kann man also nicht wirklich sprechen.

Neukäufe blieben konstant. Trotzdem steigt die Zahl der Waffenbesitzer seit einigen Jahren stetig. Mancherorts aber vermutlich stärker als im Bezirk Horn. Auch Büchsenmachermeister Michael Miedler, der in Waidhofen eines der wenigen Waldviertler Waffengeschäfte betreibt, hat im vergangenen Jahr keinen Anstieg der Verkaufszahlen bemerkt. „Es ist im Prinzip gleichbleibend“, sagt er.

Neue Registrierungspflicht trug zum Anstieg bei. Ein Faktor, der im vergangenen Jahr nochmals zum Anstieg beigetragen hat, war vermutlich das Ende der Frist zur Registrierung von Flinten. Diese fielen zuvor in die nicht registrierungspflichtige Kategorie D, die aber mittlerweile aufgelöst wurde. Zahlreiche Nachmeldungen spielten im Vorjahr mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle in der Statistik.

Auch nicht mehr Jäger. Damit lässt sich also einiges erklären, denn bei den Jägern gab es im Vorjahr keine großen Veränderungen. „Die Zahl der Jäger blieb eigentlich recht konstant“, schildert Bezirksjägermeister Karl Ruttenstock. Auch bei den Sportschützen war die Nachfrage 2020 sogar geringer als in den Jahren zuvor. „Das Interesse könnte ruhig ein bisschen höher sein. Wir haben noch viel Platz, vor allem für den Nachwuchs“, betont der Oberschützenmeister der Schützengilde Langau, Walter Anderlik.

Bedürfnis nach Sicherheit. Aber was sind überhaupt die Gründe, warum sich Privatpersonen, abgesehen von Jagd- und Sportaktivitäten, bewaffnen? „Man muss nur schauen, wie viel Unsicherheit im Land herrscht. Alleine was da an Silvester in Wien wieder los war. Ich glaube, dass durch so etwas bei immer mehr Menschen über Selbstschutz nachgedacht wird“, meint Anderlik.

Waffengesetze nach wie vor streng. Diesem Bedürfnis nachkommen zu wollen, ist für Anderlik nicht schlimm, doch ohne verantwortungsvollen Umgang und Bezug zur Waffe mache eine Anschaffung keinen Sinn. „Es kommen immer wieder Leute, die glauben, ein Schießplatz ist Hollywood und dass das alles ganz einfach ist. Man braucht aber viel Übung und es gibt zahlreiche Anforderungen“, betont er. Dazu gehöre neben dem Absolvieren des Waffenscheins auch ein Psychotest. Nicht zu vergessen sei auch die Kostspieligkeit des Waffenkaufs. „Man bekommt das alles nicht geschenkt. Wir haben hier in Österreich eines der schärfsten Waffengesetze überhaupt“, sagt der Oberschützenmeister.

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