17-Jähriger randalierte. Schlüssel & Kennzeichen entwendet, Scheibe zerstört: Der Bursche hatte Wut nicht unter Kontrolle. Er muss zur Männerberatung.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 31. Juli 2020 (05:54)
Bezirksgericht einigte sich mit dem Angeklagten auf eine Diversion.
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Ein 17-jähriger steht gleich wegen vier Anklagepunkten vor dem Horner Bezirksgericht: Er hat im März in Zitternberg die Fensterscheibe einer Aixam (Mopedauto, Anm.) zerschlagen und in Fuglau acht Fahrzeug-Schlüssel aus einem Betriebsgelände mitgehen lassen. Er hat am nächsten Tag mehrere Kennzeichentafeln gestohlen und im April stellte die Polizei bei ihm eine Teleskop-Stahlrute sicher: Der Besitz ist gemäß dem Waffengesetz verboten.

„Das war eine spontane Dummheit, in dem Moment, wo ich’s getan habe, habe ich’s bereut“, bekennt sich der Jugendliche, der von seiner Pflegemutter begleitet wird, schuldig. Er habe zuvor daheim Streit gehabt und sei schlecht gelaunt gewesen. Kennzeichen und Schlüssel habe er zurückgegeben, den Schaden an der Aixam werde noch bezahlt.

Die Jugendgerichtshilfe spricht aufgrund der familiären Vorgeschichte des 17-Jährigen schriftlich die Empfehlung zur Psychotherapie oder Männerberatung aus. Bezirksrichter Thomas Brandstetter bietet auf dieser Basis eine Diversion an.

Das Verfahren wird nach einer zweijährigen Probezeit eingestellt, wenn 100 Euro an Pauschalkosten und 400 Euro an Schadensgutmachung bezahlt werden – und der Jugendliche die Männerberatung aufsucht. „Das geht aus dem Bericht der Jugendgerichtshilfe eindeutig hervor, dass das bearbeitet gehört, – und zwar jetzt“, sagte Brandstetter. Angeklagter und Staatsanwaltschaft erklären sich damit einverstanden.