Neuer Glanz für alte Säule

Zitternberger Mariensäule aus dem Jahr 1721 wurde vor dem Verfall gerettet.

Georgia Kazantzidu Erstellt am 28. August 2021 | 11:09

Vor eineinhalb Jahren stellte der Garser Museumsverein-Obmann Anton Ehrenberger fest, dass die aus Zogelsdorfer Sandstein gefertigte Mariensäule am Maierscher Kirchensteig nach Gars, in der sogenannten „Zitternberger Freiheit“ gelegen, kapitale Schäden aufweist. Er verständigte den Akademischen Bildhauer und Restaurator Markus Gradner, mit dem er bei einer gemeinsamen Besichtigung feststellte, dass die Stabilität nicht mehr vorhanden ist und die Marienfigur einen großen vertikalen Riss aufweist.

Ehrenberger bat Gradner, den Sockel frei zu legen, da er wusste, dass dort eine Inschrift zu sehen ist (siehe Foto): „Johann Georg Lener, Burger und Pock in den loblichen Marck Garsch, Elisabet, seine Hausfrau haben dise Seiln sotze lasen in Jahr 1721“ (Johann Georg Lener, Bürger und Bäcker in dem löblichen Markt Gars, Elisabeth, seine Hausfrau, haben diese Säule setzen lassen im Jahr 1721).

Geschichte. Von ihren Nachforschungen über die Geschichte Leners erzählte die Heimatforscherin Christine Steininger den versammelten interessierten Bürgern aus der Gemeinde Gars. Nach dem Tod seiner Frau 1722 war er in zweiter Ehe mit Katharina Gigl aus Wolfshof verheiratet und lebte in Gars im heutigen Haus Nr. 4 (späteres Tauchner-Haus, jetzt Raiffeisenbank).

Sponsoren gefunden. Die Segnung der Säule durch Pfarrer Josef Zemliczka erfolgte bewusst im Jubiläumsjahr, genau 300 Jahre nach deren Aufstellung. Gradner hat etwa ein halbes Jahr an der Restaurierung gearbeitet. Diese wurde seitens privater Sponsoren aus Gars finanziert. Zemliczka bedankte sich bei Ehrenberger für die Initiative, bei Gradner für die fachgerechte Arbeit, bei Steiniger für die ausführliche Forschung von Zusammenhängen, die womöglich in Vergessenheit geraten, beim Zitternberger Ortsvorsteher Elmar Götz für den Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft sowie beim Gesang- und Musikverein Gars am Kamp, der die Segnung musikalisch umrahmte. Dessen Obmann Franz Weigl erwähnte, dass dieser Auftritt coronabedingt der erste seit 2019 ist. Abschließend lud der Verschönerungsverein Zitternberg zu einer Agape ein.