Altenburg

Erstellt am 23. Juni 2018, 06:28

von Rupert Kornell

Altenburg: Lösung für Fluchtwege aus Stiftsbibliothek. Nach langen Planungen wurde das Problem, wie man noch aus der Altenburger Stiftsbibliothek kommt, gelöst.

Johann Zimmerl, Marco Nußbaum und Philipp Reiser (von links) von der Firma Leyrer + Graf zeigen Prior Pater Michael Hüttl, wie sie das Fenster zu einer Fluchttüre aus der Bibliothek erweitern. Foto: Rupert Kornell  |  Rupert Kornell

„Uns ist bewusst geworden, dass der Zustand so nicht mehr tragbar ist, daher haben wir eine Bereinigung dieser Situation in die Wege geleitet. Mit Anfang August werden die Arbeiten abgeschlossen sein“, ist der Prior des Stiftes Altenburg, Pater Michael Hüttl, sicher, dass das leidige Thema „Fluchtweg aus der Bibliothek“ demnächst aus der Welt geschafft ist.

Zusätzliche Ausgänge im „Fall des Falles“

Konzert- bzw. Theaterbesucher ist ja noch bestens in Erinnerung, wie nach den Pausen oder nach Ende der Aufführungen immer bis zu 400 Personen durch eine Tür aus der Bibliothek gehen mussten, was dementsprechend lange gedauert hat. Das wird mit den Eröffnungskonzerten von Allegro Vivo am 4. und 5. August zwar nicht anders, aber im „Fall des Falles“ stehen dann zwei zusätzliche Ausgänge bereit, die es bis jetzt nicht gab.

Diese führen vom beim Eingang zur Bibliothek befindlichen Bereich und vom Vorraum jeweils über Metallstiegen in den dahinter liegenden Garten. Und zwar in dessen „letzter Ecke“, um den Gesamteindruck der mächtige, gut 70 m langen Fassade nicht zu zerstören. „Das sind aber keine zusätzlichen Eingänge, sondern sie sind wirklich nur für den Notfall gedacht“, hält Pater Michael fest.

Fertigstellung noch vor Beginn des Festivals

Schon seit Oktober 2017 habe man sich um Lösungen bemüht, um der Gesetzeslage zu entsprechen, denn der barocke Prachtraum wäre nur mehr für 120 Personen genehmigt worden. „Bei einem Orchester mit 50 Musikern wäre dann nur mehr Platz für 70 Zuhörer gewesen, und das geht einfach nicht“, weiß der Prior.

Mit dem Bezirksbauamt Krems und dem Landeskonservatorat NÖ habe man lange diskutiert und nun zu dieser Lösung gefunden, die auch mit dem Denkmalschutz kompatibel ist. Der erste Schritt, ein barrierefreier Zugang, der statt über zwei Stiegen nun über eine Schräge möglich ist, wurde bereits umgesetzt.

„Gerade heuer, im vierzigsten Jahr von Allegro Vivo, war es uns ein Anliegen, die Bibliothek wieder dem Kammermusikfestival, das hier groß geworden ist, zur Verfügung zu stellen“, betont Pater Michael. Und er hofft auf eine Unterstützung des Landes, denn „bei den Kosten wird auf 200.000 Euro nicht viel abgehen …“.