Polizei erwischte mehr Raser, Drogen- und Alkolenker

Erstellt am 31. März 2017 | 13:46
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Die Kontrollen haben zugenommen
Die Kontrollen haben zugenommen
Foto: APA
5.179.485 Schnellfahrer sind im vergangenen Jahr von der Polizei erwischt worden.

Das waren um 4,4 Prozent mehr Raser als im Jahr 2015. Auch bei Drogen- und Alkolenkern gab es einen Anstieg bei den Strafen, bestätigte das Innenministerium am Freitag einen "Kurier"-Bericht. Die Kontrollen haben allerdings "leicht zugenommen", sagte Otmar Bruckner vom Verkehrsdienst des Ministeriums zur APA.

Auch die Geschwindigkeitsmessungen "werden natürlich immer angepasst", erläuterte der Experte. "Wo passieren die Unfälle, wo wird zu schnell gefahren, wo gibt es Beschwerden von Bürgern?", seien dabei die Kriterien. Auch die Straßenerhalter würden Wünsche äußern. So habe es im Vorjahr "das eine oder andere Radargerät mehr" gegeben. Auch die Sectio-Control-Anlagen wurden laut Bruckner ausgebaut und intensiviert, bei Baustellen gab es zusätzliche Anlagen.

Mehr als 14.000 Schnellfahrer wurden im Schnitt jeden Tag ertappt. Von den knapp 5,2 Millionen Rasern wurden 4,1 Millionen durch Radarmessungen erwischt, rund 700.000 mit Lasertechnik und weitere 340.000 von Zivilstreifen sowie durch Section-Control-Anlagen. Mittlerweile stehen der Bundespolizei 42 Frontradaranlagen, also stationäre Radaranlagen mit Lenkerfotoerfassung, zur Verfügung.

Im Vorjahr wurden 1.674.157 Alkoholkontrollen durchgeführt, das waren um 3,1 Prozent mehr als 2015. Dadurch wurden sechs Prozent mehr Alkolenker ertappt und 27.896 Strafen verhängt. Außerdem gab es 1.491 Anzeigen wegen Fahrens unter Drogeneinfluss, was eine Zunahme um knapp 40 Prozent bedeutet.

Ebenfalls einen deutlichen Anstieg um 84 Prozent, von 46.669 auf 85.666 Fälle, verzeichnete die Exekutive bei der Nichteinhaltung des Sicherheitsabstands. Die Zahl der Beanstandungen wegen mangelnder Kindersicherung stieg um ein Prozent auf 5.243 Anzeigen. 98.414 Übertretungen gegen die Gurtenpflicht bedeuteten einen Rückgang von 4,7 Prozent. 105.589 Lenker wurden wegen Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung bestraft, ein Minus von 3,2 Prozent.

Die hohe Kontrolldichte habe Wirkung gezeigt, sagte Bruckner. Entscheidend sei auch, mit der Laserpistole Präsenz zu zeigen. "Die Überwachungspläne werden monatlich angepasst." In Sachen Alkolenker sei es "wichtig, dass dieses Gefahrenpotenzial aus dem Verkehr gezogen wird". Auch bei Telefonieren am Steuer, Gurten- und Kindersitzpflicht brauche es Kontrollen, "dass die Disziplin nicht zu sehr sinkt".

Im Schwerverkehrsbereich wurden im Vorjahr 269.509 Anzeigen und Organstrafverfügungen nach dem Kraftfahrgesetz erstattet. Das waren rund 25.000 mehr als im Jahr 2015. Der Hauptanteil betraf die Nichteinhaltung von Lenk- und Ruhezeitvorgaben (116.866), gefolgt von technischen Fahrzeugmängeln (73.799), Überladungen (41.621) und mangelnde Ladungssicherung (6.231). 32.727 Lastwagen und Bussen wurde die Weiterfahrt untersagt.

72 Menschen sind heuer in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben gekommen, berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag. Zur gleichen Zeit des Vorjahres hatte es 79 Todesopfer gegeben. Der Club forderte verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo.