Mobilfunkfrequenzen für 188 Mio. Euro versteigert. Die Versteigerung von Frequenzen des neuen Mobilfunkstandards 5G brachte dem Staat rund 188 Mio. Euro ein. A1 (Telekom Austria) gab 64 Mio. Euro aus, T-Mobile 57 Mio. Euro und Drei (Hutchison) 52 Mio. Euro. Das gab die zuständige Behörde am Donnerstag bekannt. Weitere Bieter waren Mass Response (1,8 Mio. Euro), Liwest (5,3 Mio. Euro), Salzburg AG (4,4 Mio. Euro) und Holding Graz (3,0 Mio. Euro).

Von APA Red. Erstellt am 07. März 2019 (11:04)
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5G war deutlich billiger als 4G

Die Auktion fiel für die Branche damit deutlich günstiger aus als jene für die Vorgängertechnologie LTE (4G) im Jahr 2013. Für die Lizenzen gaben die Mobilfunker damals mehr als zwei Mrd. Euro aus.

Die heurige Versteigerung stand jedoch nur 50 Mio. Euro im Budget der Regierung. Aus der Versteigerung weiterer Frequenzen im Jahr 2020 sollen laut Budget weitere 350 Mio. Euro in den Staatshaushalt fließen.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Versteigerung von 5G-Frequenzen in Österreich. "Das neue von der RTR gewählte Auktionsdesign war einfach und transparent", sagte Hofer am Donnerstag laut Mitteilung. Auch die Gliederung in Regionen sei eine gute Entscheidung gewesen. Der Auktionserlös von 188 Mio. Euro sei zweckgebunden für die Breitbandförderung.

Zur Versteigerung gelangten die Frequenzen 3,4 bis 3,8 GHz. Damit könnten Mobilfunker in den Städten hohe Bandbreiten anbieten, andererseits könnten regionale Anbieter Breitbandkunden in Randlagen versorgen, so der Minister. Bemerkenswert war die starke Beteiligung der regionalen Anbieter in Oberösterreich, Salzburg, Graz und Niederösterreich. "Um die ehrgeizigen Ziele der 5G-Strategie zu erreichen und bis Ende 2025 Österreich flächendeckend mit 5G-Diensten versorgen zu können, braucht es eine gemeinsame Anstrengung von öffentlicher Hand und den Mobilfunkern", so Hofer.

Die ersten Vorbereitungen für die Auktion der nächsten Frequenzbänder - 700, 1.500 und 2.100 MHz ("Multibandvergabe 2020") - haben bereits begonnen. Noch im Dezember 2018 wurden von der RTR Überlegungen dazu zur Konsultation veröffentlicht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer flächendeckenden Versorgung des Dauersiedlungsraums sowie eine durchgängige Versorgung der Autobahnen und hochrangigen Verkehrswege. Nach derzeitiger Planung wird die Vergabe dieser Frequenzen im 1. Quartal 2020 erwartet.

Die für die 5G-Frequenzauktion zuständige Telekombehörde RTR hat sich mit dem Ergebnis der Versteigerung zufrieden gezeigt. "Aus unserer Sicht spiegelt dieser Preis den Wert wider, den die Bieter dem Frequenzspektrum gegeben haben. Bei diesem Preis haben sich Angebot und Nachfrage getroffen", sagte RTR-Chef Johannes Gungl am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Der Staat nimmt 188 Mio. Euro ein, das sind 138 Mio. Euro mehr als von der Regierung budgetiert. Das Mindestgebot lag bei 30 Mio. Euro, wie Gungl sagte. Österreich sei beim 5G-Ausbau damit in Europa in der Spitzengruppe, sowohl was die Frequenzmenge als auch den Zeitpunkt der Vergabe betreffe.

"Wir haben sehr gute Ausstattungen für sieben österreichische Betreiber", gab Gungl bekannt. Neben den drei österreichweiten Mobilfunkern A1, T-Mobile und Drei haben vier Anbieter auf regionaler Ebene Frequenzen ersteigert, in Salzburg ist das die Salzburg AG, in der Steiermark die Holding Graz, in Oberösterreich die Liwest und Spusu-Mutter Mass Response sicherte sich Lizenzen in Niederösterreich und im Burgenland, verzichtete aber auf die Ballungsgebiete Wien und St. Pölten. Die RTR hofft durch die neuen Anbieter auf einen Innovationswettbewerb.

Die Lizenzen sind mit Versorgungsauflagen verbunden, ab 31. Dezember 2020 müssen 989 Funkstationen in Betrieb sein, ab 30. Juni 2022 müssen es 3.264 sein. Der Großteil der Auflagen betrifft A1, T-Mobile und Drei mit zunächst je 303 und später je 1.000 Standorten. Meist handelt es sich um die Umrüstung bestehender Sendemasten.