Erstellt am 13. September 2018, 07:04

von APA Red

2017: Bundesheer 93.643 Stunden im Katastropheneinsatz. Das Bundesheer hat im vergangenen Jahr besonders viele Katastrophen- und Assistenzeinsätze sowie Unterstützungsleistungen absolviert.

Bundesheersoldaten bei Aufräumarbeiten nach Unwetter  |  APA (HBF/Pusch)

Die 2017 in Katastrophenassistenzen erbrachten Leistungen waren mit 8.262 Personentagen bzw. 93.643 Stunden fast doppelt so hoch wie im Jahr davor. Das geht aus der Einsatzbilanz des Heeres hervor, die der aktuellen Ausgabe des Magazins "Truppendienst" beiliegt. Die Fliegerkräfte leisteten bei Katastrophensätzen insgesamt 226 Flugstunden in 32 Einsätzen. Sie transportierten 757 Personen, 224.515 Liter Löschwasser und 95 Tonnen sonstige Lasten.

Bei Luftfahrzeugeinsätzen im Ausland wurden in der Operation EUFOR "Althea" in Bosnien-Herzegowina 739 Flugstunden geleistet sowie 1.745 Personen und 146 Tonnen Lasten transportiert. Bei Lufteinsätzen mit der C-130 Hercules ergaben sich bei 860 Starts insgesamt 1.081 Gesamtflugstunden. Die C-130 transportierte dabei 10.257 Personen und 807 Tonnen Lasten.

Weiters wurden vom Bundesheer 283 Einsätze als Unterstützungsleistung durchgeführt. Dabei fielen 57.366 Arbeitsstunden an. Wesentlich war dabei die Unterstützung des OSZE-Vorsitzes Österreichs sowie des Formel-1-Rennens und des Motorrad-Grand-Prix in Spielberg. Unterstützungsleistungen sind für den jeweiligen Antragsteller - im Gegensatz zu Assistenzleistungen - grundsätzlich kostenpflichtig.

Von der Luftraumüberwachung wurden im Vorjahr zwölf Luftraumverletzungen festgestellt und 45 Priorität-A-Flüge (Alarmstarts), zumeist zur Klärung im Fall des Verlustes der Funkverbindung (COMLOSS) sowie zur Identifizierung unbekannter Luftfahrzeuge, durchgeführt. Beim sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz an der Grenze waren 2017 im Schnitt rund 1.000 Soldaten im Einsatz.

Der Entminungsdienst musste insgesamt 30 Tonnen Kriegsrelikte bergen, abtransportieren und vernichten. Unter den Gegenständen waren 83 Streubomben und eine Anti-Personen-Mine. Es wurden 17 Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen und vernichtet. Aus Seen und Flüssen wurden von den Tauchertruppen des Entminungsdienstes 11.000 Kilogramm Kriegsmaterial entsorgt. Im hochalpinen Gelände wurden 660 Kilogramm Kriegsmaterial vernichtet, darunter war bei Bad Ischl im Höllengebirge auf 1.200 Metern Seehöhe eine 250 Kilo schwere US-Fliegerbombe. Diese wurde an Ort und Stelle gesprengt, weil ein Abtransport bzw. eine Entschärfung nicht möglich waren.