Tafeln retteten 2018 drei Millionen Kilo Lebensmittel. Der Verband der österreichischen Tafeln hat im vergangenen Jahr insgesamt 3.070.742 Kilogramm Lebensmittel und Hygieneartikel vor der Vernichtung bewahrt. Mit den Warenspenden wurden 42.500 Armutsbetroffene in 41 Ausgabestellen und 135 Sozialeinrichtungen versorgt, hieß es am Dienstag. Das bedeute über sechs Millionen Mahlzeiten, verteilt von mehr als 2.200 ehrenamtlichen Helfern.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 11. Juni 2019 (10:43)
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Die Tafeln retteten jede Menge verschwendeter Lebensmittel

Noch immer würden jährlich mehr als 500.000 Tonnen genusstaugliche Lebensmittel aus Privathaushalten, Gastronomie, Handel, Produktion und Landwirtschaft vernichtet, kritisierte der Verband, der sich aus den sieben österreichischen Tafeln (Wiener Tafel, Pannonische Tafel, Team Österreich Tafel vom Landesverband Niederösterreich des Österreichischen Roten Kreuzes, Oberösterreichische Tafel, Braunauer Tafel, Flachgauer Tafel und Tafel Süd in Kärnten) zusammensetzt. Gleichzeitig seien 1,5 Millionen Menschen in Österreich armutsgefährdet oder von manifester Armut betroffen.

Die soziale Ungleichheit sei dazu so hoch wie in kaum einem anderen europäischen Land: Laut der Studie "Household Finance and Consumption Survey" (HFCS 2017) der Österreichischen Nationalbank besitzt das reichste Prozent der Haushalte in Österreich ein Viertel des Vermögens, die reichsten zehn Prozent mehr als die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung gemeinsam. Vermögen seien in Österreich demnach ungleicher verteilt als Einkommen und Erbschaften ungleicher als Vermögen. Österreich habe - neben Deutschland - eine der höchsten Vermögensungleichheiten in Europa.

Verbandsobfrau Alexandra Gruber wünscht sich zukünftig angesichts internationaler Zahlen von Bund, Ländern und Gemeinden eine verstärkte Hilfestellung für die Tafeln in den jeweiligen Regionen. Denn die Tafeln übernehmen in Österreich "eine wichtige Rolle im Kampf gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung". Damit tragen sie zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz und der Bewusstseinsbildung in der Zivilgesellschaft gegen Food Waste bei. "Daher fordern wir von der Politik eine finanzielle Basisunterstützung sowie eine Vereinfachung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich Haftung und Hygiene für die Lebensmittelweitergabe", so Gruber.