Franzosen können ab Dienstag wieder reisen. Ins Restaurant gehen, sich weiter als 100 Kilometer von Zuhause entfernen und in Pariser Parks sonnenbaden: Das ist für die Franzosen ab nächsten Dienstag, 2. Juni, wieder möglich. Die Regierung in Paris kündigte am Donnerstag eine weitgehende Lockerung der Corona-Auflagen an, die nach Pfingsten in Kraft tritt. Auch der Tourismus kann wieder starten - auch wenn sich EU-Bürger noch gedulden müssen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 28. Mai 2020 (19:03)
Franzosen bekommen langsam ihre Freiheit zurück
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Premierminister Edouard Philippe stellte die neuen Erleichterungen für die Bürger vor. Besonders sehnlich erwartet wird die Aufhebung der Reisebeschränkungen: Seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai können sich die Bürger mit wenigen Ausnahmen bisher nur im Radius von 100 Kilometern um ihren Wohnort bewegen. Diese Auflage entfällt nun.

Zudem dürfen die seit Monaten geschlossenen Restaurants, Bars und Cafes wieder öffnen, wenn sie Hygieneregeln befolgen. Im besonders von Corona betroffenen Großraum um Paris gilt dies vorerst nur für die Außenbereiche.

Auch der Tourismus kann wieder losgehen, Campingplätze dürfen wieder öffnen. Hotels waren bereits geöffnet, wegen der 100-Kilometer-Regel aber vielerorts verwaist. Frankreich setzt sich dem Premier zufolge auch für die Aufhebung der Einreisebeschränkungen für EU-Bürger ab dem 15. Juni ein. Bisher ist für die Einreise ein triftiger Grund nötig.

Das Coronavirus sei immer noch im ganzen Land präsent, sagte Philippe. Seine Ausbreitung sei aber "unter Kontrolle". Für die Bürger bedeute dies: "Die Freiheit wird die Regel, die Einschränkung zur Ausnahme."

Auch die meisten Schulen öffnen wieder. Für große Erleichterung sorgt zudem die Öffnung der Pariser Parks und öffentlichen Gärten, für die sich die Stadtverwaltung eingesetzt hat. Dazu gehören etwa auch die berühmten Tuilerien am Louvre.

In den "grünen" Gebieten können auch Theater und Konzertsäle sowie Fitnessstudios unter Auflagen öffnen. Für Kinos soll dies erst ab Ende Juni möglich sein.

Nur der Großraum Paris und die Überseegebiete Französisch-Guyana und Mayotte sind nach der neuen Bewertung der Regierung als orange eingestuft. Dort seien Öffnungen der Unterkünfte ab dem 22. Juni angedacht. Cafés und Restaurants dürfen zunächst nur ihre Terrassen wieder öffnen. Die Innenräume müssen geschlossen bleiben.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Dort wurden fast 28.600 Todes- und rund 183.000 Infektionsfälle verzeichnet. Der Anstieg der Neuinfektionen hatte sich jedoch zuletzt deutlich verlangsamt.