4.047 Neuinfektionen und 87 Verstorbene in Österreich. Mit 4.047 Neuinfektionen, die vom Innen- und Gesundheitsministerium am Sonntag gemeldet wurden, gab es sowohl gegenüber dem Vortag (4.669) als auch gegenüber dem Sonntag der Vorwoche (5.226) einen Rückgang. Da die Zahl der Genesenen mit 6.301 wieder höher als die Zahl der Neuerkrankten ausfiel, sank jene der aktuell Infizierten auf 59.605 (minus 2.341). Kritisch in Sachen Corona-Management äußerte sich am Sonntag der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP).

Von APA / NÖN.at. Update am 29. November 2020 (14:47)
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Am Sonntag wurden österreichweit weitere 87 Tote gemeldet, was deren Zahl auf insgesamt 3.105 ansteigen ließ. Bisher gab es in Österreich 279.708 positive Corona-Testergebnisse. Nahezu unverändert gegenüber dem Vortag waren die Spitalszahlen: In Österreichs Krankenhäusern wurden 4.251 (minus 28) Menschen behandelt, davon befanden sich 691 (plus 3) auf Intensivstationen.

"Die Zahl der Neuinfektionen sinkt damit auch am 13. Tag des Lockdowns weiterhin, ist aber nach wie vor auf dramatisch hohem Niveau, die Lage ist weiterhin sehr ernst", kommentierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die aktuellen Daten. Falls die Zahlen in den Spitälern nicht weiter steigen, könnten wir das Überschreiten der Kapazitäten bis hin zu dann drohenden Triagen verhindern. Aber eine Überlastung der Intensivstationen wie derzeit kann und darf auch kein Dauerzustand sein. "Die nun verschobenen Eingriffe müssen rasch nachgeholt werden. Und im Dezember ist der Beginn der Grippewelle mit einer deutlichen Zusatzbelastung der Spitäler zu erwarten", gab der Minister zu bedenken.

Erfreulich sei die Entwicklung des Reproduktionsfaktors, der mit 0,88 nun wieder deutlich unter 1 liegt. Das sei die Voraussetzung für weiter sinkende Neuinfektionszahlen. Anschober: "Die kommende Woche, der letzte Teil des Lockdowns, muss zu einer massiven Verringerung der Neuinfektionszahlen führen. Dazu können und müssen wir alle einen Beitrag leisten." Mindestabstand konsequent einhalten, Hygiene leben und Maßnahmen umsetzen. Und grundsätzlich möglichst viele Kontakte vermeiden, genau überlegen, was in dieser Woche wirklich sein muss. Es ist eine weichenstellende Woche. Wir müssen den Trend der sinkenden Neuinfektionszahlen nicht nur fortsetzen, sondern massiv verstärken."

Durchaus kritische Worten waren am Sonntag aus der Steiermark zu hören. Die Politik müsse "den Vorwurf hinnehmen, dass sie die zweite Welle in der Form nicht richtig eingeschätzt hat", sagte LH Schützenhofer im Interview mit der "Tiroler Tageszeitung". "Es fällt mir kein Zacken aus der Krone, das einzugestehen." Angesprochen auf das Krisenmanagement der türkis-grünen Regierung meinte Schützenhöfer: "Der junge Kanzler macht die Sache gut. Er hört ja auch auf Fachleute." An den häufigen Pressekonferenzen stößt er sich nicht: "Grundsätzlich ist mir eine Pressekonferenz zu viel lieber als eine zu wenig, wenn sie der Sache dient."

Er selbst habe sich seit Beginn der Corona-Pandemie selten öffentlich zu Wort gemeldet, betonte Schützenhöfer. Andere Landeschefs hätten sich einmal pro Woche geäußert, so der steirische Landeschef: "Ich tue das nicht."