EM-Teilnahme fühlt sich für Finnen noch "unwirklich an". Finnlands Fußball-Nationalteam hat am Freitagabend den größten Erfolg in der Verbandsgeschichte perfekt gemacht.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 16. November 2019 (12:36)
Zahlreiche Fans stürmten nach dem Spiel auf das Feld
APA/dpa

Schon eine Partie vor Schluss wurde mit einem 3:0-Heimsieg gegen Liechtenstein in der EM-Qualifikation die erstmalige Teilnahme an einem großen Turnier fixiert. "Jetzt sind wir ein EM-Team - das fühlt sich völlig unwirklich an", jubelte Goalgetter Teemu Pukki nach Schlusspfiff.

Finnland hat über 80 Jahre lang vergeblich versucht, sich für eine Welt- oder Europameisterschaft der Männer zu qualifizieren. 32 Mal in Serie scheiterten die Finnen - bis zum Freitagabend. Schon im Stadion kannte der Jubel keine Grenzen: Unzählige Fans stürmten nach dem Schlusspfiff den Platz, in Stadionnähe wurden kurz darauf Feuerwerksraketen gezündet.

"Ganz Fußball-Finnland hat sich so lange nach dem hier gesehnt. Für die Nationalmannschaft zu spielen ist mein erster Traum gewesen, und er ging vor zehn Jahren in Erfüllung. Das hier habe ich aber nicht einmal zu träumen gewagt", verlautete Pukki. Der Erfolg des Teams ist eng mit seinem Namen verbunden. Der 29-jährige Stürmer von Premier-League-Club Norwich City traf in der laufenden Quali neunmal, darunter auch doppelt am Freitag. Mehr als die Hälfte aller finnischen Treffer (15) gingen also auf sein Konto.

In der Kabine in Helsinki wurde von den Mannen von Erfolgscoach Markku Kanerva das finnische Pendant zu "We are the Champions" ("Me ollaan sankareita kaikki, jos oikein silmiin katsotaan" - "Wir sind alle Helden, wenn ihr uns direkt tief in die Augen schaut") angestimmt und mit Sektflaschen angestoßen.

In Finnland war die große "Pukki-Party" in diesem Moment bereits in vollem Gange, wurde überschwänglich gefeiert. Überall wurden in der Nacht zum Samstag finnische Flaggen geschwenkt und Freudentränen vergossen. Hunderte Fans feierten den Erfolg gemeinsam auf einem zentralen Platz in Helsinki. Manche kletterten dort auf die Statue Havis Amanda, an der die Finnen vor sechs Monaten bereits den Titel bei der Eishockey-WM bejubelt hatten.

"Der Traum von Generationen ist wahrgeworden. Nächsten Sommer wird ganz Finnland Party machen wie NIEMALS zuvor", hieß es auf dem Twitter-Account der Mannschaft. Die beschließt die Quali am Montag mit einem Auswärtsspiel in Griechenland.