Österreich

Update am 19. Oktober 2018, 12:00

von APA Red

Nach Brand: Demontagearbeiten im Finale. Die Demontagearbeiten nach einem Kranwagenbrand Anfang Oktober im Gleinalmtunnel in der Steiermark sind fast abgeschlossen.

Im Gleinalmtunnel war ein Schwertransporter in Brand geraten  |  APA

Rund 500 Tonnen kaputtes Material wurden abtransportiert, teilte die Autobahngesellschaft (Asfinag) am Freitag mit. Nun müssen die rund 80 Meter der Zwischendecke neu errichtet und die gesamte Technik neu installiert werden. Die Freigabe dürfte Mitte Dezember sein.

Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest, allein am Tunnel beträgt er deutlich mehr als eine Million Euro. Am Sonntag sollen die Abbrucharbeiten der beschädigten Tunnelteile fertig sein. Fünf Felder der Zwischendecke mit je 80 Tonnen Gewicht, 85 Tonnen der Fahrbahn, 15 Tonnen der seitlichen Schlitzrinnen sowie die gesamte verbrannte Elektro- und Sicherheitsausstattung mussten demontiert und abtransportiert werden. Das Gesamtgewicht des beschädigten Materials beträgt etwas mehr als 500 Tonnen.

Der Bau der neuen Zwischendecke beginnt unmittelbar nach Ende der Abbrucharbeiten ab Montagfrüh mit dem Aufbau des dafür erforderlichen Schalwagens. "Bis Mitte November sollten wir alles neu gebaut haben", sagt Asfinag-Projektleiter Herwig Moser. Danach beginnt der Einbau der gesamten elektrischen Einrichtungen sowie der Sicherheitsausstattung. Ersatzmaterial wie LED-Beleuchtung, Kabeltrassen, Brand- und Funkkabel, Videokameras, Bordsteinbeleuchtung, neue Fluchttüren, die gesamte Beschilderung und auch drei ganze Notrufnischen wurden bereits bestellt. Inklusive Einbau und Tests der Funktionsfähigkeit rechnet die Asfinag mit einer Freigabe des Gleinalmtunnels etwa Mitte Dezember.

Die Bauarbeiten auf der Umleitungsstrecke Brucker Schnellstraße (S35), die noch bis Mitte November gedauert hätten, konnte so weit beschleunigt werden, dass spätestens ab Sonntagfrüh wieder zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Restarbeiten finden abseits der Fahrbahn und unter den Brücken statt, Teile der geplanten Sanierung wurden verschoben und werden erst dann durchgeführt, wenn der Gleinalmtunnel wieder frei befahrbar ist.

Der Brand des Schwertransporters mit Kranaufsatz hatte am 5. Oktober für einen Großeinsatz der Rettungskräfte gesorgt. 81 Personen mussten sich aus dem Tunnel retten, teilweise schafften sie das über die Fluchtschächte in den alten Bestandstunnel, der seit der Fertigstellung der neuen Röhre 2017 saniert wird.

Freie Fahrt steht indessen nach knapp acht Monaten auf der Semmering Schnellstraße (S6) von Kindberg-Ost bis Allerheiligen: Der sechs Kilometer lange Abschnitt auf der Richtungsfahrbahn St. Michael wurde erneuert. Fast 60.000 Quadratmeter Fahrbahn sowie elf Brücken wurden seit April saniert. Die größte Herausforderung stellte dabei die 400 Meter lange Kindberg-Brücke dar. Zusätzlich hat die Asfinag den Lärmschutz mit einer Fläche von 3.700 Quadratmetern erneuert. Ungeachtet der Verkehrsfreigabe finden noch Restarbeiten statt, insbesondere unter den Brücken. Diese Arbeiten werden den Verkehr aber nicht behindern. Die Gesamtfertigstellung des elf Millionen Euro teuren Projekts erfolgt spätestens Mitte November.