Loretto

Erstellt am 12. September 2018, 05:37

von Nina Sorger

Teufelsgeiger Philipp: Mit sieben Jahren auf die Uni. Der siebenjährige Philipp Schuszter wurde zum Violinstudium an der Kunstuniversität Graz zugelassen.

Spielfreude. Philipp Schuszter liebt seine Geige und ist so stolz auf seinen neuen Studentenausweis, dass er ihn sogar beim Spielen präsentiert. In einem Hochbegabtenstudium kann er nun seiner Spielfreude freien Lauf lassen. Foto: Sorger  |  Nina Sorger

Er ist ein kleiner Lausbub, doch er spielt, als hätte er sein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht: Wenn Philipp Schuszter aus Loretto seine Violine zur Hand nimmt, fliegen Finger und Bogen über die Saiten und bringen konzertreife Klänge zustande.

Genau diese Begabung brachte Philipp nun seinen ersten Studentenausweis ein. Denn der Siebenjährige wurde vor Kurzem als jüngster Burgenländer an der Kunstuniversität Graz für das Violinstudium zugelassen.

„Viel Geige spielen und Freude daran haben“

„Das ist ein Hochbegabtenstipendium, bei dem es hauptsächlich darum geht, dass er viel spielt, viel kennenlernt und seiner Freude daran nachgehen kann“, erklärt Philipps Vater, Michael Schuszter.

Mit dem Geigenspielen begonnen hat Philipp im Alter von fünf Jahren. „Ich habe meinen ehemaligen Geigenlehrer Georg Rauchbauer getroffen und wir gingen einmal schnuppern in die Zentralmusikschule Eisenstadt. Für Cello war er zu klein, also probierte er die Geige aus. Und Georg hat ihm sofort eine Geige zum Üben mit heimgegeben.“

Spielfreude. Philipp Schuszter liebt seine Geige und ist so stolz auf seinen neuen Studentenausweis, dass er ihn sogar beim Spielen präsentiert. In einem Hochbegabtenstudium kann er nun seiner Spielfreude freien Lauf lassen. Foto: Sorger  |  Nina Sorger

Seither lernte Philipp Geige in der Zentralmusikschule Eisenstadt, für die er im Mai dieses Jahres auch am Wettbewerb „Prima la musica“ teilnahm, und dort traf er seine künftige Professorin Regina Brandstätter: „Sie unterhielt sich gerade mit Georg Rauchbauer. Philipp hat nach dem Bewerb gefragt: ,Papa, darf ich noch ein bisschen üben?‘ und ich meinte spaßeshalber ,Frag halt den Georg‘. Damit hat er Professor Brandstätters Interesse geweckt.“

Seit Mai nimmt der Siebenjährige nun Geigenunterricht in Oberschützen, einer Expositur der Kunstuni Graz, wo er die Aufnahmeprüfung mit Bravour schaffte. Nun geht es einmal die Woche nach Oberschützen zum Unterricht – für die Eltern ein großer Aufwand, aber: „Philipp will das unbedingt, also ermöglichen wir es ihm“, so die Eltern.

Auch zuhause wird täglich geübt – von Philipp und seinem Papa: „Ich lerne mit ihm und die Lehrerin sagt mir, worauf ich bei ihm achten muss.“ Momentan widmen sich die beiden Johann Sebastian Bach, aber auch schottischen Volksweisen.

Philipp hat heuer aber auch bei den Wiener Sängerknaben vorgesungen – in Begleitung von Mama, Papa und seinen Schwestern Nina und Stella, die schon befürchteten, sie müssten selbst vorsingen. Die Zusage kam prompt, aber: „Damit warten wir aber noch, bis er die dritte Klasse fertiggemacht hat. Einstweilen soll er die Schule hier und das Leben im Dorf genießen“, erklärt der Vater. Wohin Philipp seine musikalische Reise dann führt, wird mit Spannung erwartet.