Demonstranten stürmten Gelände der US-Botschaft

Erstellt am 31. Dezember 2019 | 11:32
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Wut der Iraker richtet sich gegen die USA
Wut der Iraker richtet sich gegen die USA
Foto: APA/ag.
Im Irak haben wütende Demonstranten am Dienstag das Gelände der US-Botschaft in Bagdad gestürmt. Zuvor hatten tausende Demonstranten bereits Kontrollposten zur hochgesicherten "Grünen Zone" in der Stadt überwunden, berichteten Journalisten.

Dabei riefen die Demonstranten unter anderem "Tod Amerika", verbrannten US-Flaggen und zertrümmerten Fensterscheiben, als irakische Sicherheitskräfte versuchten, sie aufzuhalten. Auf Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Demonstranten Mauern der schwer geschützten Botschaft hinaufkletterten und Flaggen der schiitischen Volksmobilisierungseinheiten schwenkten. Hintergrund ist die Wut vieler Iraker über tödliche US-Luftangriffe vom Wochenende, bei denen am Sonntag 25 paramilitärische Kämpfer getötet wurden.

Die Teilnehmer des Trauerzugs für die Getöteten konnten am Dienstag alle Kontrollposten zur Grünen Zone, in der sich die US-Botschaft befindet, ungehindert überwinden. Als die Demonstranten gewalttätig wurden, umstellten irakische Sicherheitskräfte das Botschaftsgebäude.

Mit den Angriffen vom Wochenende hatte die US-Armee auf den Tod eines US-Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt im Irak reagiert. Bei dem Angriff im nordirakischen Kirkuk waren mehr als 30 Raketen abgefeuert worden. Die US-Vergeltungsangriffe richteten sich gegen Stellungen radikaler Hisbollah-Brigaden im Irak. Die Reaktion der USA stieß auf scharfe Kritik in Bagdad, Teheran und Moskau.