Anschlag auf Hotel in Nairobi. In Kenias Hauptstadt Nairobi ist ein Terroranschlag auf einen Hotelkomplex verübt worden.

Von APA Red. Erstellt am 15. Januar 2019 (18:00)
APA (dpa)
Symbolbild

Einige "bewaffnete Kriminelle" befänden sich noch immer in dem Gebäude, teilte Polizeichef Joseph Boinnet am Dienstagnachmittag mit. Es habe Verletzte gegeben. Details nannte er nicht. Boinnet sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag.

Die somalische Terrorgruppe beanspruchte den Anschlag über den Radiosender Al-Andalus für sich.

Der Angriff begann Boinnet zufolge am Dienstagnachmittag. Medien berichteten zunächst von einer Explosion gefolgt von Schüssen. Um wie viele Angreifer es sich handelte, war zunächst unklar. Das Gebiet um den Gebäudekomplex des Hotels DusitD2 sei abgesperrt worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Spezialeinheiten der Polizei seien vor Ort und würden gegen die Angreifer vorgehen.

Live-Bilder im Fernsehen zeigten brennende Autos vor dem Hotel. Sicherheitskräfte und die Feuerwehr waren vor Ort, ein Hubschrauber kreiste über der Gegend. Verletzte wurden aus dem Gebäudekomplex getragen. Das Rote Kreuz sei vor Ort, es könnten aber zunächst keine Angaben zu Opfern gemacht werden, sagte Sprecherin Noellah Musundi der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Rettungsdienst St John Ambulance war nach eigenen Angaben vor Ort.

Das Luxushotel befindet sich unweit des Westgate-Einkaufszentrums, wo 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen starben. In Kenia kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, vor allem seit die kenianischen Streitkräfte die Regierung im Nachbarland Somalia im Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen. Dies tun sie seit 2011 im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union (AU). Der Anschlag am Dienstag fiel auf den dritten Jahrestag eines verheerenden Angriffs von Al-Shabaab gegen kenianische Streitkräfte in Somalia. Damals starben dutzende kenianische Soldaten.

Die sunnitischen Fundamentalisten haben Verbindungen mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida und kämpfen in Somalia am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Sie kontrollieren weite Teile von Süd- und Zentral-Somalia. Bei Anschlägen und Angriffen auf Zivilisten und Sicherheitskräfte sind Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Update

Die Lage ist mittlerweile laut Innenminister Fred Matiang'i unter Kontrolle. "Wir haben alle Gebäude gesichert, die von diesen Ereignissen betroffen waren", sagte er am späten Dienstagabend. Matiang'i machte allerdings keine Angaben zur Zahl der Verletzten und möglichen Todesopfern. Sicherheitskräfte sicherten nun Beweise, erklärte er.