Erstellt am 12. September 2018, 10:12

von Thomas Steiger

Strasser auf Weltrekord-Fahrt: Es geht ans Eingemachte. Extremsportler Michael Strasser und sein Team haben den nördlichen Teil Amerikas hinter sich gelassen und fahren jetzt von Kolumbien zum Finalziel nach Patagonien.

Michael Strasser und sein Team befinden sich aktuell in Kolumbien, reisen dann nach Ecuador weiter und liegen bisweilen super in der Zeit.  |  zVg

Den amerikanischen Nordkontinent haben Michael Strasser und sein Team beim „Ice2Ice“-Projekt schon hinter sich gelassen. Bereits vor einer Woche sind sie in Cartagena, Kolumbien, angekommen.

Dort, wo der Startpunkt für den Südkontinent laut den Richtlinien von „Guinness Book of World Records“ ist, hat Strasser seine Tour Richtung Süden Kolumbiens aufgenommen. Davor wurde der Darien Gap in Panama mit dem Flugzeug überwunden. „Während meine Teamkollegen die beiden neuen Autos startklar gemacht haben, bin ich direkt vom Flughafen Cartagenas mit dem Rad weitergefahren, um keine Zeit zu verlieren“, erzählt Michael Strasser.

Bis zu 4.000 Höhenmeter am Tag

Bis zu 4.000 Höhenmeter radelt er am Tag, das ist umgerechnet wie dreimal die Großglockner-Hochalpenstraße hinaufzufahren. „Man darf den Tageskilometern nicht mehr so viel Gewicht geben, wenn man bedenkt, dass ich die nächsten Wochen im Anden-Gebirge verbringen werde“, so Strasser. Die höchste und längste Gebirgskette der Welt heißt es zu bezwingen.

Seine täglichen Leistungen am Fahrrad beweisen seinen Vorsprung auf den derzeitigen Weltrekordhalter Dean Stott nach 48 Tagen. Michael Strasser benötigte für den Nordkontinent knapp 43 Tage, während Stott 52 Tage unterwegs war. „Das darf alles nicht überbewertet werden. Der Vorsprung von acht bis neun Tagen beweist uns als Team, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, möchte Strasser sich nicht auf dem herausgearbeiteten Polster ausruhen.

„Es geht darum, ein Zeichen zu setzen“

Für ihn startet die Zeitrechnung bei Null, weil er die Tücken in Südamerika kennt: „Ich habe noch nie so steile Anstiege erlebt wie hier. Das geht auf die Substanz und macht die Aufgabe nach den bisherigen Strapazen mit 13.500 Kilometern im Sattel nicht einfacher. Der Fokus auf das Ziel Patagonien ist geschärft“, so der Niederösterreicher, der für LTC Seewinkel fährt.

Nicht nur für ihn sind die steilen Gebirgspässe eine Herausforderung, sondern auch für die Begleitautos, die von Wien nach Bremen befördert und dann von dort nach Cartagena verschifft wurden. „Nachdem ich Afrika mit meinem 25 Jahre alten Toyota absolviert habe, wird das Auto auch hier verwendet. Ich habe es um 1000 Euro gekauft und dem Wagen neues Leben eingehaucht. Es geht hier darum ein Zeichen zu setzen“, beschreibt Strasser, der mit den vorhandenen Ressourcen behutsam umgeht.

In den nächsten Tagen werden Strasser und sein Team nach Ecuador einreisen, wo sie auch die Hauptstadt Quito passieren werden.

Einen aktuellen Zwischenstand seines Weltrekordversuches, Amerika von Nord nach Süd zu durchqueren, gibt es immer auf Strassers Homepage unter:

www.strassermichael.at