Kombi-Gold an Pinturault - Schwarz Zweiter, Haaser Dritter

Aktualisiert am 07. Februar 2023 | 17:11
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Starke Fahrt von Schwarz in Kombi-Super-G
Starke Fahrt von Schwarz in Kombi-Super-G
Foto: APA/BARBARA GINDL
Vor zwei Österreichern hat sich Alexis Pinturault seinen großen Traum erfüllt und daheim eine WM-Goldmedaille gewonnen. Der Franzose setzte sich am Dienstag bei den Alpinski-Weltmeisterschaften in Courchevel in der Kombination vor Titelverteidiger Marco Schwarz (+0,10 Sek.) und Raphael Haaser (+0,44) durch. Für Österreich waren es die Medaillen zwei und drei bei diesen Welttitelkämpfen, hatte am Vortag doch auch Haasers Schwester Ricarda Kombi-Bronze gewonnen.

Stefan Babinsky schied wie der zur Halbzeit bereits aussichtslos zurückliegende Olympiasieger Johannes Strolz im Slalom aus. Vincent Kriechmayr war nach einem nicht nach Wunsch verlaufenen Super-G da nicht mehr angetreten. Schwarz lag bis kurz vor dem Ziel auf Gold-Kurs, machte einen großen Fehler, rettete aber Silber.

Die erste Enttäuschung war Schwarz ob das Malheurs wenige Meter vor der Ziellinie zwar ins Gesicht geschrieben. Letztlich überwog beim 27-Jährigen aber die Freude über Silber. "Ich hätte auch draußen liegen können. Es war brutal eng, sehr viele Kombinationen, für den Schädel war es gar nicht so leicht", erzählte Schwarz. "Wenn man so in die Weltmeisterschaft startet, ist es sehr befreiend."

Dass Pinturault zuhause zum Weltmeister avancierte, sei eine coole Geschichte. "Ich freue mich brutal für ihn. Es gibt nicht viel coolere Sachen, als daheim Weltmeister zu werden." Mit der Silbermedaille vergrößerte der 27-Jährige seinen mittlerweile beträchtlichen Medaillensatz. Schwarz' WM-Bilanz glänzt nun - inklusive einem Teambewerb - einmal in Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze.

Haaser verdoppelte das vor dieser WM kaum vorstellbare Familienglück. Bereits am Vortag hatte seine Schwester Ricarda in der Kombination ebenfalls Bronze gewonnen. Auch Vater und Servicemann Rene durfte sich erneut für pfeilschnelles Material feiern lassen. "Es ist natürlich sehr befreiend, mit der Medaille geht ein großer Traum in Erfüllung", meinte Raphael Haaser. "Die Geschichte mit meiner Schwester macht es noch um einiges schöner", betonte der um vier Jahre jüngere Bruder. "Ich habe mich auch sehr gefreut für sie und probiert, den Schritt nachzumachen."

Pinturault fügte seiner Erfolgskarriere mit dem Triumph am Heimatort eine dritte Goldmedaille hinzu. Der Gesamtweltcupsieger von 2020/21 kürte sich wie 2019 in Aare zum vielseitigsten Skiläufer des Globus. Vor zwei Jahren in Cortina hatte Schwarz noch das Hundertstelglück - 4/100 vor Pinturault - für sich gepachtet.

"Mit Marco ist es immer ein heißer Fight. Wenn man sich am Limit bewegt, können immer Fehler passieren", meinte Pinturault. "Vor zwei Jahren habe ich einen kleinen Fehler gemacht und bin Zweiter geworden. Heute lief es genau umgekehrt." Der Heimsieg bedeute ihm extrem viel. "Es ist unglaublich. Das mit den Franzosen und Menschen aus Courchevel zu teilen, ist einfach nur wunderbar.

Der "Hausherr" von Courchevel - seine Familie betreibt hier ein Luxushotel - hatte zuletzt Medientermine nicht absolviert. Er sei zuletzt ein bisschen fiebrig gewesen und fühle sich noch immer nicht ganz fit. "Aber die Krankheit hat mich heute nicht beeinträchtigt." Der 31-Jährige schaffte es im Gegensatz zu anderen Favoriten wie Loic Meillard (SUI), Aleksander Aamodt Kilde (NOR) oder auch Strolz, am Punkt da zu sein.

Der Peking-Olympiasieger aus Vorarlberg hatte seine Medaillenchance mit einem gravierenden Fehler bereits im Speedteil vergeben. "Eine vermurkste Fahrt, das passt zum Rest der Saison. Ich habe genau nichts von dem umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe. Über den ersten Sprung fliege ich drüber wie so eine gerupfte Henne", nannte Strolz ein Beispiel. "Ich habe es einfach versemmelt." Auch Kriechmayr war nach dem ersten Teilbewerb unzufrieden gewesen. Er sei "ganz schlecht" Ski gefahren, "schlampig", eigentlich habe er "gut attackieren" wollen.

Kilde hatte im Super-G 1,05 Sek. Rückstand und trat dann, durch seine Handverletzung von Kitzbühel gehandicapt, den Rückzug an. Odermatt fuhr kurz vor dem Super-G-Ziel an einem Tor vorbei und wurde disqualifiziert, hatte aber bereits davor angekündigt, auf den zweiten Teilbewerb zu verzichten.