Wien

Update am 14. Januar 2019, 11:54

von APA Red

Generelles Essverbot in allen Wiener U-Bahn-Linien. Öffi-Nutzer, die ihre Frühstückssemmel oder einen Snack gerne in der U-Bahn verspeist haben, müssen sich nun umgewöhnen. Denn mit Dienstag wird das Essverbot, das seit Herbst auf der Linie U6 gilt, auf alle U-Bahn-Linien ausgeweitet. Die Einhaltung des Verbots wird kontrolliert, Strafen sind derzeit aber nicht geplant, bekräftigte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Wiener Linien-Chefin Reinagl stellte Kampagne vor  |  APA (Techt)

"Es ist jetzt in allen U-Bahn-Linien so weit, dass wir von den Fahrgästen erwarten, dass sie das Essen unterlassen", sagte Reinagl bei einem Fototermin in der U4-Station Heiligenstadt am Montag. Begleitet wird die Einführung des generellen Essverbots in der Wiener U-Bahn von einer weiteren Infokampagne: "Auch geruchlose Speisen hinterlassen Spuren", heißt es auf einem Plakat, auf dem ein Nuss-Nugat-Croissant abgebildet ist.

Das im Sommer von Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) angekündigte Verzehrverbot hat für intensive Debatten gesorgt. Denn es wurde nicht wie ursprünglich geplant nur für stark riechende Speisen erlassen, sondern generell für feste Nahrung. Auch der Biss in ein Weckerl oder in einen Apfel ist also nicht mehr gestattet. Ausgenommen sind alkoholfreie Getränke. Kindern werde man aber nicht ihren Keks wegnehmen, heißt es bei den Wiener Linien.

"Die letzten Monate, wo wir das ja schon an der U6 probiert haben, haben gezeigt, dass es die Fahrgäste relativ schnell verstanden haben und sich darangehalten haben. Wir mussten unsere Fahrgäste nur in ganz wenigen Fällen darauf ansprechen und sind auch da auf großes Verständnis gestoßen", zog Reinagl Bilanz. "Ich bin selbst eine häufige U6-Nutzerin, mir fällt schon auf, dass es angenehmer riecht und sauberer aussieht", zeigte sie sich mit den Auswirkungen zufrieden.

Seit Beginn der Regelung im September bis Ende des Jahres mussten das Personal 88 Fahrgäste der Linie U6 auf das Essverbot aufmerksam machen - bei rund 250.000 Fahrgästen auf dieser Linie ein sehr geringer Anteil, wie bei den Wiener Linien betont wird.

Strafen sind vorerst keine geplant. "Das ist derzeit kein Thema, weil es eigentlich sehr gut funktioniert", sagte Reinagl. Auch die Ausweitung des Essverbots auf Busse und Straßenbahnen sei "derzeit nicht angedacht". Denn durch das hohe Fahrgastaufkommen sei der Reinigungsaufwand in der U-Bahn am größten.