Burgenland trauert um Sepp Laubner. Der bekannte Künstler ist Freitagmorgen im Alter von 70 Jahren verstorben. Zum Abschied wird die jahrzehntelange Arbeit in der Szene und seine Bedeutung als Kunst-Botschafter des Landes gewürdigt.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 18. September 2020 (15:20)
Sepp Laubner
Wolfgang Millendorfer

Am 25. Oktober hätte Sepp Laubner seinen 71. Geburtstag begangen. Zum 70er meldete sich der Künstler im vergangenen Herbst mit einer großen Ausstellung in Bayreuth zurück und stellte im Kulturzentrum Eisenstadt neue Bilder vor.

Schon damals sprach er auch von seiner Krankheit, zeigte sich zugleich aber voller Lebenswillen: „Ich mache das, was gut für mich ist.“

Sepp Laubner in seinem Atelier in Oslip
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Damit meinte er nicht zuletzt die Malerei, in kräftigen Farben und positiver Stimmung. Mit diesen Farben und seiner lebensfrohen Art bleibt der Künstler auch in Erinnerung. Am Freitagmorgen ist Sepp Laubner im Kreis seiner Familie verstorben.

Die Kunstszene trauert

Laubner galt seit den 1980er-Jahren als einer der bekanntesten Vertreter der burgenländischen Kunst, erhielt 1982 das Staatsstipendium, dem noch zahlreiche Auszeichnungen folgen sollten, und startete österreichweit und international in eine rege Ausstellungstätigkeit.

Sepp Laubner und Robert Schneider mit Willi Resetarits beim 40. Geburtstag der Cselley Mühle.
Wolfgang Millendorfer

Zuvor hatte er mit dem im Vorjahr verstorbenen Robert Schneider und vielen weiteren Freunden den Grundstein für ein wahres Monument dieser Szene gelegt: die Cselley Mühle in Oslip.

Mühlen-Duo. Sepp Laubner und Robert Schneider in ihrer Cselley Mühle.
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Dort gastierten nicht nur die bekanntesten Künstler aller Sparten, dort begannen auch zahlreiche Karrieren – und bis heute bekommt der Nachwuchs dieselbe Chance. Und in der Cselley Mühle entstand im Atelier von Sepp Laubner seine Kunst: die Bilder mit dem unverkennbaren Pinselstrich, die heute an so vielen prominenten Orten hängen. 

Im Landhaus in Eisenstadt hängt auch Sepp Laubners Bild von Alt-Landeshauptmann Hans Niessl.
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„Ich arbeite immer an mehreren Bildern gleichzeitig, jedes Bild öffnet die Tür für ein anderes. Man tänzelt heran und nimmt den Pinsel zur Hand, bis man den einen entscheidenden Fahrer macht, damit es wieder weitergeht. Ich mache das nicht so nebenbei. Ich meine es immer ernst.“ So beschrieb Sepp Laubner im BVZ-Gespräch seine Arbeit.

Doskozil: "Unersetzlicher Verlust für das Kulturland Burgenland"

Auch persönlich zutiefst betroffen zeigt sich Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil: „Sepp Laubner war nicht ohne Grund der wohl bekannteste und erfolgreichste burgenländische Künstler seiner Generation. Er hat es wie kein anderer verstanden, das Lebensgefühl und die Landschaft unseres Bundeslandes in unverwechselbare Farbkompositionen zu übertragen. Das hat ihn zu einem malenden Botschafter des Burgenlandes gemacht.“

Sepp Laubner habe die moderne Malerei im Burgenland mitbegründet und sei damit zum Vorbild für viele junge Künstlerinnen und Künstler geworden. „Für die zeitgenössische Kunst des Burgenlandes, mit ihrer ganzen Vitalität und Vielfalt, war Laubner ein Pionier und Wegbereiter“, betonte Doskozil.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit Sepp Laubner vor dessen Bild „Abschiedssymphonie“, das 2019 anlässlich des Internationalen Events zum 210. Todestag Joseph Haydns entstand
Bgld. Landesmedienservice

Geprägt habe er die burgenländische Kulturlandschaft aber auch durch seine langjährige Tätigkeit in der Cselley-Mühle, die er gemeinsam mit dem ebenfalls viel zu früh verstorbenen Robert Schneider „erfunden“ und zur Institution gemacht habe. „Mein Mitgefühl gehört in diesen schweren Stunden den Angehörigen Sepp Laubners, vor allem seiner Ehefrau“, so der Landeshauptmann.

Eine große Ausstellung zum Gesamtwerk des Künstlers ist für kommenden Mai in der Burgenländischen Landesgalerie geplant.

Zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen Lebens würdigten die künstlerische Arbeit. ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz und Kultursprecher Walter Temmel zeigten sich ebenfalls tief betroffen und erinnerten an Laubners prägende Funktion für die Kunst im Burgenland: „Wie kaum ein anderer hat er in seiner Kunst Kreativität und Einzigartigkeit vermittelt. Seine Werke werden dies auch über seinen Tod hinaus tun.“

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner erinnerte auch an die Lebensfreude, die der Künstler zu vermitteln wusste: „Sepp Laubner war nicht nur ein großer Eisenstädter und großer Künstler, sondern auch ein großartiger Mensch, der das Leben, den Genuss und jeden Winkel des Burgenlandes geliebt hat.“ So behält auch Grünen-Landessprecherin Regina Petrik Laubner in Erinnerung: „Er hat sich nicht in sein Atelier zurückgezogen, sondern war immer mit Menschen im Gespräch – auf hochoffziellen Empfängen genauso wie im Wirtshaus. Er wird dem Burgenland sehr fehlen.“

Weinbau-Präsident Andreas Liegenfeld erinnerte auch an Laubners Rolle als "internationaler Botschafter", der in seinen Bildern das burgenländische Lebensgefühl festzuhalten vermochte: "Mit dem Ableben von Sepp Laubner verliert die Burgenländische Weinwirtschaft nicht nur einen großartigen Botschafter, der mit seiner Kunst dazu beigetragen hat, Menschen international für den Wein zu begeistern, sondern es verlieren auch viele Burgenländische Weinbauern einen persönlichen Freund."

Ebenso betroffen zeigten sich die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gaby Schwarz und Maria Großbauer, Kultursprecherin im ÖVP-Parlamentsklub: "Sepp Laubner war ein Aktiver, ein Denker, ein Kulturbotschafter und ein Freund über viele Jahrzehnte."

Staatssekretärin Andrea Mayer würdigte das Werk des Künstlers: "Sepp Laubner war einer der ganz Großen des Burgenlandes, ein Kulturbotschafter und ein Aushängeschild für die österreichischen bildenden Künste. Malen und Zeichnen waren seine Erdung und sein Lebenselixier. Er erzählte mit seinen Bildern kraftvolle Geschichten mit Seele."

Martinipreis

Eng verbunden war Sepp Laubner auch mit der Geschichte des Martinipreises, der von der BVZ seit dem Jahr 2012 für herausragende Leistungen in den Sparten Kultur, Wirtschaft, Sport, Engagement und „Unsere Zukunft“ verliehen wird. Laubner gestaltete den BVZ-Martini, der damit von Beginn an auch als Kunstobjekt sehr begehrt war. Schon im Jahr 2012 fiel die Wahl der Fachjury in der Sparte Kultur auf die Cselley Mühle: Robert Schneider, Eveline Lehner, Sepp Laubner, Hans Bögl und ihr Team wurden mit dem Preis für den jahrzehntelangen Einsatz im Namen der Kunst geehrt.

  

BVZ-Martini. Die Cselley Mühle wurde 2012 mit dem Preis geehrt: Robert Schneider, Hans Bögl und Sepp Laubner, der den BVZ-Martini auch gestaltet hat.
Werner Müllner