Ausland

Erstellt am 20. Oktober 2018, 16:29

von APA Red

Mega-Demonstration für zweites Brexit-Referendum. Mehr als 500.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben an einer Anti-Brexit-Demonstration in London teilgenommen. Ursprünglich war die Kampagne "People's Vote" nur von etwas mehr als 100.000 Menschen ausgegangen. Die Demonstranten aus allen Teilen Großbritanniens forderten am Samstag ein zweites Brexit-Referendum. Die Briten sollen über ein finales Abkommen zum EU-Austritt abstimmen dürfen.

Hunderttausende forderten in London eine zweites Brexit-Referendum  |  APA/dpa

Viele Demonstranten nahmen weite Anreisen auf sich, etwa von den mehr als 1.000 Kilometer entfernten Orkney-Inseln vor der Nordküste Schottlands. An dem Protestzug bei viel Sonnenschein beteiligten sich auch EU-freundliche Abgeordnete der regierenden Konservativen und Londons Bürgermeister Sadiq Khan von der Labour-Partei.

Die Demonstranten zogen vom Londoner Hyde Park in Richtung Parlament. Die Kundgebung fand statt unter dem Titel "People's Vote March" - also "Marsch des Volksvotums". Der Slogan bezieht sich auf das geforderte zweite Referendum.

Kundgebungsteilnehmer begründeten die Forderung damit, dass die Bürger bei dem letztlich erfolgreichen ersten Brexit-Referendum vor zwei Jahren über die Folgen getäuscht worden seien. "Die Bürger sind in mehrerlei Hinsicht irregeführt worden", sagte der Demonstrant Peter Hancock. Der Brexit werde in der Realität anders aussehen als es sich viele Wähler erhofft hätten.

Die Briten hatten sich in einem Referendum 2016 knapp für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union ausgesprochen. Der Austritt soll bis Ende März 2019 vollzogen sein.

Die Verhandlungen zwischen London und Brüssel sind aber ins Stocken geraten. Premierministerin Theresa May steht gleich von mehreren Seiten unter Druck, auch in ihrer eigenen Partei.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich London ohne Abkommen von der Staatengemeinschaft löst. Dies würde Folgen für alle Lebensbereiche haben und voraussichtlich zu wirtschaftlichen Einbußen führen. Viele Unternehmen treffen bereits Vorkehrungen. Zuletzt mehrten sich in Großbritannien die Stimmen, die ein neues Referendum fordern.