Ermittlung wegen Mordversuchs in der Steiermark . Nach den Schüssen Donnerstagabend auf Polizeiautos im südoststeirischen Gnas ermitteln die Behörden am Freitag in Richtung mehrfachen Mordversuchs. Der Südoststeirer war zum Tatzeitpunkt stark betrunken und gilt als psychisch krank. Er wurde nach der Festnahme in die geschlossene Abteilung einer Nervenklinik gebracht. Der 49-Jährige hatte rund 30 Mal geschossen. 70 Patronen waren noch im Haus.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 20. September 2019 (11:42)
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Ein Polizeiauto wurde schwer beschädigt

Der Mann - er ist entgegen ersten Meldungen der Polizei nicht 50, sondern 49 Jahre alt - hatte gegen 18.00 Uhr seiner 53-jährigen Lebensgefährtin angekündigt, dass er sich erschießen wolle. Er hatte eine seiner beiden auf ihn registrierten Faustfeuerwaffen - beide neun Millimeter - in der Hand. Die Frau alarmierte die Polizei und brachte sich zusammen mit den jugendlichen Nichten des Verdächtigen, die im Untergeschoß des Zweifamilienhauses wohnen, in Sicherheit. Sie verließen das Haus, der 49-Jährige blieb darin zurück.

Als eine Streife der Polizeiinspektion Gnas eintraf, feuerte der Mann auf die bereits ausgestiegenen Beamten - kurz darauf auch auf die Besatzung einer weiteren Streife aus Bad Gleichenberg. Alle Beamten konnten in Deckung gehen, doch ein Dienstfahrzeug wurde vier Mal getroffen. Rund 30 Minuten lang schoss der 49-Jährige herum - insgesamt etwa 30 Mal. Weitere Bezirkskräfte aus Feldbach, Bad Gleichenberg, St. Peter am Ottersbach, Mureck, Bad Radkersburg und Halbenrain wurden zur Absicherung hinzugezogen.

Anschließend rückte die Sondereinheit Cobra mit Kräften aus Graz und Wiener Neustadt sowie Polizisten mit Diensthunden und zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras der Standorte Klagenfurt und Wien-Meidling an. Weiters wurde eine Sanitätsabteilung der Polizei und Kräfte der Einsatzeinheit Graz nach Gnas beordert. Außerdem wurde vorsorglich das Rote Kreuz alarmiert und die Feuerwehr zum Ausleuchten des Geländes hinzugezogen.

Die Verhandlungsgruppe überredete den Verdächtigen gegen 21.15 Uhr, sich zu ergeben. Er verließ das Haus unbewaffnet und wurde von der Cobra festgenommen. Dabei erlitt er laut Polizei leichte Abschürfungen. Eine Befragung war Donnerstagabend nicht möglich, denn der 49-Jährige war stark betrunken und offensichtlich geistig verwirrt.

Die Spurensicherung fand im Haus seine beiden Faustfeuerwaffen - eine Steyr und eine Smith & Wesson - sowie noch Dutzende Schuss Munition. Gegen den Südoststeirer wurde ein Waffenverbot ausgesprochen und er wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Beamten blieben bei dem Einsatz alle unverletzt.