US-Sänger Meat Loaf 74-jährig gestorben

Aktualisiert am 21. Januar 2022 | 13:40
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Meat Loaf ist tot (hier im Jahr 2006)
Meat Loaf ist tot (hier im Jahr 2006)
Foto: APA/dpa/Reuters
Der US-Sänger Meat Loaf ist tot. Er sei in der Nacht auf Freitag im Alter von 74 Jahren an der Seite seiner Frau Deborah gestorben, hieß es auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Der aus Texas stammende Musiker erlangte mit seinem 1977 erschienenen Album "Bat Out Of Hell" internationale Berühmtheit. Meat Loaf, der als Marvin Lee Aday geboren wurde, konnte eine rund sechs Jahrzehnte dauernde Karriere vorweisen und verkaufte weltweit mehr als 100 Millionen Alben.

"Es bricht uns das Herz zu verkünden, dass der unvergleichliche Meat Loaf heute Nacht im Beisein seiner Frau Deborah gestorben ist", hieß es in einer Mitteilung in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) auf der verifizierten Facebook-Seite des Musikers. Seine Töchter Pearl und Amanda sowie enge Freunde seien in den vergangenen 24 Stunden bei ihm gewesen. Die Todesursache werde nicht bekanntgegeben, sagte sein langjähriger Agent Michael Greene dem Branchenblatt "Deadline".

Seine unglaubliche Karriere habe sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, in denen er weltweit über 100 Millionen Alben verkauft habe und in über 65 Filmen mitwirkte, hieß es in der Mitteilung weiter. Darunter seien "Fight Club" (1999), "Rocky Horror Picture Show" (1975) und "Wayne's World" (1992).

Geboren wurde Meat Loaf 1947 als Marvin Lee Aday in Dallas/Texas. Wie er zu seinem Spitznamen kam, der auf Deutsch übersetzt Faschierter Braten heißt, erzählte er einmal in einem Interview: "Mein Vater nannte mich 'Meat', weil ich als Baby so rot war. Auf der Highschool wurde ich dann irgendwann von meiner Footballmannschaft 'Meat Loaf' genannt."

Im Alter von 20 Jahren begann die musikalische Karriere des Sängers mit der voluminösen Stimme, der auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Er zog nach Los Angeles, sprach für Rollen in Musicals vor und sicherte sich Engagements in "Hair" und "The Rocky Horror Picture Show". Bei den Proben zu dem Musical "More Than You Deserve" traf er 1974 auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, mit dem er kurz darauf "Bat Out Of Hell" schuf.

Auf der folgenden Welttournee ruinierte sich der Rockkoloss seine vier Oktaven umfassende Stimme. Meat Loaf stürzte ab: Depressionen und eine Alkoholsucht setzten ihm zu. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und auch die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Die folgenden Platten waren wenig erfolgreich.

Doch Meat Loaf rappelte sich auf. Anfang der 90er-Jahre versöhnte er sich mit Steinman und produzierte mit ihm das zweite "Bat Out of Hell"-Album, das heute für eines der größten Comebacks der Musikgeschichte steht. Die erste Auskopplung "I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)" eroberte auch in Österreich die Charts - 16 Jahre nach seinem ersten internationalen Erfolg war er wieder ganz oben.

In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. "Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens war immer die gleiche", sagte Meat Loaf einmal in einem Interview. "Eines Tages werden wir zurückschauen - und lachen."

In sozialen Medien nahmen frühere Wegbegleiter des Sänges Abschied. US-Sängerin Cher erinnerte sich, sie habe "so viel Spaß" mit Meat Loaf bei den Aufnahmen zum Rocksong "Dead Ringer for Love" (1981) gehabt. "Bilde ich mir das nur ein oder sterben alle zwei Tage großartige Menschen in der Kulturwelt?", schrieb sie weiter. Der britische Sänger Boy George sendete "Liebe und Gebete an all seine Familie und engen Freunde".

"Im Gewölbe des Himmels wird Rock erschallen. Ruhe in Frieden", twitterte der britische Star-Komponist Andrew Lloyd Webber. "Grüß Jim von mir", hieß es weiter unter Verweis auf den US-Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, der im vergangenen April gestorben war. Mit Steinman schuf Meat Loaf unter anderem sein Debütalbum und feierte einige seiner größten Erfolge.