Erstellt am 13. Juni 2018, 16:44

von APA Red

Dringlicher NEOS-Antrag für Reform der Zentralmatura. Die NEOS setzen sich für eine Reform der Zentralmatura ein und haben dazu im Nationalrat einen Dringlichen Antrag eingebracht.

Zentralmatura ist durch 5er-Debakel in Mathematik in aller Munde  |  APA

Künftig soll sich der zentrale Teil auf jene Fächer beschränken, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, so die Forderung, also auf Deutsch, Mathematik und Englisch. Die Ergebnisse sollen extern beurteilt werden. Bildungsminister Heinz Faßmann reagierte wohlwollend.

In der Begründung ihres Entschließungsantrags verweisen die NEOS auf das "Fünfer-Debakel" im Fach Mathematik im diesjährigen Maturajahrgang. Es habe Pannen gegeben, Schüler seien verängstigt und verunsichert, Lehrer stünden unter Druck und vermissten Planungssicherheit. Vom Bildungsministerium verlangen die NEOS, "ehestmöglich die Zentralmatura dahingehend weiterzuentwickeln, dass sie tatsächliche Vergleichbarkeit schafft". Sie soll zu einer teilzentralen Matura mit einem gemeinsamen Kern (bundesweit und schultypenübergreifend) abgeschlankt werden.

Gleichzeitig sollen die Schulen die Möglichkeit erhalten, schultypen- und schulprofilspezifische Inhalte mit eigenen Aufgaben autonom abzuprüfen. Die mündlichen Kompensationsprüfungen wollen die NEOS durch schriftliche Wiederholungsmöglichkeiten ersetzen. Im Rahmen der Zentralmatura sollen künftig verstärkt Konzepte wie "Open Book Testing" und internetfähige Geräte zum Einsatz kommen. Ziel der NEOS ist hier die Medienkompetenz.

Faßmann zeigt sich wohlwollend gegenüber den Wünschen der NEOS

Bildungsminister Faßmann (ÖVP) zeigte sich im Nationalrat höchst wohlwollend gegenüber den Wünschen der NEOS zu einer Reform der Zentralmatura. "Ich bin durchaus fürs Nachschärfen", betonte er. Eine entsprechende Arbeitsgruppe habe er bereits eingesetzt, Reformvorschläge nehme er ernst. "Ich habe die Optimierung selbst angekündigt", so Faßmann, und der Antrag überrasche ihn inhaltlich nicht: "Ich muss aber bei allem Respekt sagen, ich hätte ihn nicht gebraucht, weil die Prozesse laufen in meinem Ministerium sowieso." Faßmann hatte erst kürzlich angekündigt, seine Änderungspläne für die Reifeprüfung bei der Präsentation der heurigen Zentralmatura-Ergebnisse am 27. Juni vorstellen zu wollen.

Es gebe vier Punkte, die ihm aufgefallen seien, meinte der Minister: Die Texte und Aufgabenstellungen bei der Mathematikmatura seien "oft lang und episch breit". Weiters sollte man sich das Bewertungsschema und die geforderten Grundkompetenzen ansehen. Und generell gelte es zu überlegen, ob man die Matura an die jeweiligen Schultypen besser anpassen könne. Distanziert zeigte er sich gegenüber dem NEOS-Vorschlag zum Abschlanken der Fächer. Man brauche hier das Gegenüber der Unis, und dort sei etwa Latein in manchen Fächern wichtig.

Insgesamt sei die standardisierte Reifeprüfung inzwischen sehr gut organisiert. Zu danken sei hier seinen Vorgängerinnen und seinem Ministerium, so Faßmann.