Erstellt am 11. Januar 2019, 09:50

von APA Red

Schneechaos auf bayerischer Autobahn an der Grenze. Das heftige Winterwetter macht vielen Menschen in Bayern, Österreich und der Schweiz weiterhin schwer zu schaffen. Wegen einer Sperre der Autobahn 8 am Chiemsee (Landkreis Rosenheim) im erweiterten Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich saßen seit Donnerstagabend zahlreiche Menschen bei teils starkem Schneefall im Stau fest. Das Bayerische Rote Kreuz baute Pflegestützpunkte auf.

Zahlreiche Menschen saßen im Stau fest  |  APA/dpoa

Die Helfer sollten den Stau abgehen und die Menschen versorgen. Auch in den frühen Morgenstunden konnte die Polizei zunächst keine Entwarnung geben. Im Kampf gegen die Schneemassen in Bayern hoffen die Rettungskräfte auf besseres Wetter am Freitag. Laut Vorhersagen sollen die Schneefälle vorübergehend etwas nachlassen.

Noch unklar ist, wann der Zugverkehr in Süd- und Ostbayern wieder überall rollt. Weil die Bahn auf den verschneiten Strecken nicht mehr mit dem Räumen hinterherkommt, sind viele Verbindungen unterbrochen. Auch viele Straßen sind wegen der Schneemassen und umgestürzten Bäume gesperrt. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Helfer sind im Dauereinsatz, um einsturzgefährdete Dächer von den Schneelasten zu befreien.

Ein neunjähriger Bub wurde in der Nähe von München von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Baum brach am Donnerstag in Aying unter der hohen Schneelast zusammen, wie die Polizei berichtete. Erst nach 40 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Buben und alarmierten die Rettungskräfte. Diese versuchten am Nachmittag rund eine Stunde lang vergeblich, das Kind wiederzubeleben. Nach Angaben der Polizei stand der etwa zehn Meter große Baum auf einem privaten Grundstück und stürzte auf einen Zufahrtsweg.

Im Raum Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich sitzen Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen gesperrt sind. Am Donnerstag riefen die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall aus. Auch im Landkreis Miesbach gilt der Katastrophenfall.

Das Landratsamt Traunstein will auch die Hilfe der Bundeswehr anfordern. Im Raum Miesbach und Berchtesgaden war die Bundeswehr bereits im Einsatz und räumte Dächer. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, der Streitkräfte und des Sanitätsdienstes seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern mit.

Zudem sind auf den Flughäfen in München und Frankfurt am Freitag wegen des winterlichen Wetters jeweils rund hundert Flüge gestrichen worden. Weil es stärker schneien und glatt werden sollte, sei in Frankfurt etwa jede zehnte Verbindung annulliert worden, sagte ein Sprecher Freitagfrüh. Insgesamt seien rund 120 Flüge betroffen.

In immer mehr Landkreisen in Oberbayern und Schwaben fällt an diesem Freitag der Unterricht aus. Zu gefährlich sei der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen, hieß es von den Behörden. Eine Betreuung für die Schüler sei aber vor Ort möglich. In den vergangenen Tagen war bereits in vielen Landkreisen der Unterricht ausgefallen.

Die Lawinengefahr sank allerdings in weiten Teilen der bayerischen Alpen. Für Freitag stufte der Lawinenwarndienst Bayern die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß ein (Stufe 4 von 5). Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr (Stufe 3).