Bach halbes Jahr davor für Tokio-Spiele zuversichtlich. Exakt ein halbes Jahr vor dem geplanten Beginn der auf heuer verschobenen Olympischen Sommerspiele hat sich IOC-Präsident Thomas Bach in einer Video-Botschaft entschlossen gezeigt, das Großereignis durchzuführen. "Sechs Monate davor freuen wir uns auf die Eröffnungszeremonie", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees. Er sei mit allen 206 Nationalen Olympischen Komitees in Kontakt, und alle seien trotz der Coronakrise zuversichtlich.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 23. Januar 2021 (12:40)
Thomas Bach ist für die Durchführung der Tokio-Spiele zuversichtlich
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Auch unter den IOC-Mitgliedern sehe man mit Olympia in Japan das Licht am Ende des Tunnels. Zudem gebe es die volle Unterstützung der japanischen Regierung. "Alle Aussichten sind gut, wir arbeiten hart für diese Spiele", erklärte Bach ohne die Pandemie in seine Rede miteinzubeziehen. "Unsere erste Priorität wird sein, für alle Teilnehmer sichere Spiele zu gewährleisten." Die Organisatoren würden alle Szenarien in Betracht ziehen und hätten einen breit gefächerten Pool von Maßnahmen.

Der Deutsche räumte aber ein, dass es ein großes Unterfangen sei, die Spiele durchzuführen. Freilich hätten schon weltweit große Events stattgefunden, ohne dass es eine Corona-Impfung gegeben habe. Dementsprechend enthusiastisch ist laut Bach die IOC-Athleten-Kommission. "Sie werden das Olympia-Stadion am 23. Juli mit großem Stolz betreten und für die Welt eine wichtige Botschaft haben - eine von Widerstandskraft, olympischer Leidenschaft, olympischen Werten wie Solidarität und Frieden."

Mithilfe einer Impf-Initiative für ärmere Länder wollen die Olympia-Macher von Tokio einem Medienbericht zufolge Corona-Impfungen für Teilnehmer der Sommerspiele sicherstellen. Wie der britische "Telegraph" berichtet, berät das IOC mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber, ob im Rahmen des Covax-Projekts für Entwicklungsländer auch Sportler geimpft werden. Die WHO will im Februar mit der Verteilung von Impfstoffen auch an die ärmeren Länder der Welt beginnen.

Es sei bei den Verhandlungen nicht geplant, Athletinnen und Athleten bevorzugt zu behandeln. Dies hatte auch das IOC bereits ausgeschlossen. Auch eine Impfpflicht soll es laut Bach für Olympia-Teilnehmer nicht geben. Allerdings werben die Olympia-Organisatoren dafür, dass sich möglichst viele Tokio-Teilnehmer vor der Japan-Reise impfen lassen. Der Dachverband hatte bereits angeboten, für Olympioniken die Kosten für die Impfungen zu übernehmen.

Im australischen Schwimmsport macht man sich jedenfalls über ein Alternativprogramm für den Fall einer Olympia-Absage Gedanken. Präsident Kieren Perkins will den Athleten im vergleichsweise weniger vom Coronavirus betroffenen Land eine Möglichkeit bieten, ihr im Training aufgebautes Potenzial im Sommer in Wettkampfform umzusetzen - womöglich würden die Olympia-Trials dennoch stattfinden. Olympiasieger Perkins hatte u.a. von 1991 bis 2001 den Weltrekord über 800 m Kraul gehalten.