„Landkrimi“ als Aufreger?. Noch vor der ORF-Ausstrahlung schürt die Handlung des „Landkrimis“ die Diskussionen. Vom Land gab‘s keine Förderung, das hat aber budgetäre Gründe, wird betont.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 12. Dezember 2018 (05:43)
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„Grenzland“. Brigitte Kren und Christoph F. Krutzler bei den Dreharbeiten.

In breitem Dialekt und mit teils skurriler Handlung gilt die ORF- Reihe der „Landkrimis“ als Erfolgsformat, das nun in eine neue Runde geht. Das Burgenland wird am 15. Jänner im ORF-Hauptabend wieder zum Mord-Schauplatz: In „Grenzland“ ermitteln Brigitte Kren – als Polizistin mit radikalen Ansichten – und der südburgenländische Schauspieler Christoph F. Krutzler als „Dorfgendarm“. Das Drehbuch stammt von der Wahl-Südburgenländerin Konstanze Breitebner.

Fenz, BVZ
Drehbuch-Autorin Konstanze Breitebner.

Fördergeld vom Land gab es allerdings keines, wie die Produktionsfirma Graf-Film gegenüber der BVZ bestätigte. Im Büro von Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) wird als Grund das generelle Fehlen eines Filmfonds genannt. Für die Förderung von Studenten- und Schülerprojekten gibt es ein kleines Budget von 30.000 Euro. Touristische oder historische Projekte werden extra gefördert.

Einen „Förder-Krimi“ hatte es bereits um den ersten „Landkrimi“ gegeben: 2015 war das Burgenland neben Oberösterreich das einzige Bundesland, das keine Gelder ausschüttete.

Drehbuch-Autorin verwehrt sich gegen Klischees

60.000 Euro hatte die damalige Produktionsfirma Lotus-Film für den Krimi „Kreuz des Südens“ beantragt. Dass man sich in der TV-Reihe bewusst kein Blatt vor den Mund nimmt, sorgte schon damals für heftige Diskussionen. Vielen Zusehern war die Darstellung der Bevölkerung, die sich gegen „Fremde“ verwehrt, zu einseitig.

Vorab wird deshalb auch die Handlung des neuen „Landkrimis“ diskutiert: Ein Asylwerber wird im Südburgenland des Mordes verdächtigt; die Kommissarin gibt sich, so die Ankündigung, rassistisch. Drehbuch-Autorin Konstanze Breitebner verwehrt sich im BVZ-Gespräch gegen Klischees: „Wir haben eine zentrale Protagonistin, die eine starke Persönlichkeit mimt.“ Obwohl Breitebner in Produktionsfragen nicht involviert war, bedauert auch sie, dass es im Land keinen Filmfonds gibt.