Drei Kinder in Wien offenbar von ihrer Mutter getötet. Eine 31-Jährige soll in Wien-Donaustadt ihre drei kleinen Töchter getötet haben. Nach einem Suizidversuch, der laut Polizei leichte Verletzungen verursachte, meldete sich die Frau über den Notruf, wo sie das Tötungsdelikt gestanden habe.

Von APA / NÖN.at Update am 17. Oktober 2020 (14:55)
In diesem Haus geschah das Unerträgliche
APA

Die acht Monate, drei und neun Jahre alten Mädchen starben laut vorläufigen Angaben der Gerichtsmedizin durch Ersticken. Um das Leben der Ältesten kämpften Ärzte noch rund eine Stunde. Am Nachmittag sollten beide Elternteile befragt werden.

Die Mutter hatte den Notruf gegen 5.20 Uhr abgesetzt. Polizisten rasten zu dem einstöckigen Mehrparteienwohnhaus in der Nähe des Kagraner Platzes. Weil die aus Nepal stammende Frau bei ihrem Anruf angekündigt hatte, sich auch selbst töten zu wollen, sei sie zunächst von den ersten Einsatzkräften fixiert worden. "Bei einer sofortigen Durchsuchung der Wohnstätte fanden die Polizeibeamten zwei Mädchen vor, bei denen eindeutige Todeszeichen vorhanden waren. Ein drittes Mädchen wurde hospitalisiert, die Reanimation blieb jedoch erfolglos", berichtete Polizeisprecher Paul Eidenberger. Die beiden jüngeren Kinder waren in einem Zimmer der Wohnung entdeckt worden, die ältere Schwester in einem Nebenraum.

Die Frau selbst wies laut Eidenberger Verletzungen im Handbereich auf, die nicht so schwerwiegend waren, dass sie ins Spital gebracht hätte werden müssen. Es habe sich um oberflächliche Schnitte durch ein Messer gehandelt. Ein Amtsarzt beurteilte die 31-Jährige mittlerweile als einvernahme- und haftfähig. Sie sollte im Laufe des Nachmittags unter Beiziehung eines Dolmetschs befragt werden, ebenso der getrennt von Frau und Kindern lebende Familienvater.

Dem Vater überbrachten Ermittler die Schreckensnachricht an seinem Arbeitsplatz in einem Lokal im Bezirk Alsergrund. Er wird, ebenfalls mit Hilfe eines nepalesischen Übersetzers, als Zeuge vernommen werden, sagte Eidenberger.

In der Familie, die offenbar schon jahrelang in Österreich lebte, war es vor einigen Wochen zu einem heftigen Streit mit gegenseitiger Körperverletzung gekommen, der mit einer Wegweisung des 44-Jährigen endete. "Es wurde ein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt, das mit Ende September vorbei war und nicht zu einer einstweiligen Verfügung verlängert worden ist", was die 31-Jährige hätte beantragen können, sagte der Polizeisprecher.

Die Obduktionen der Töchter dürften am Samstagabend stattfinden. Die vorläufige Diagnose der Gerichtsmedizin lautete Tod durch Ersticken.