Kritik an Untätigkeit der Regierung bei Pflege

Der SPÖ-Pensionistenverband ortet bei der Regierung Untätigkeit im Bereich der Pflege und warnt vor einem drohenden Notstand. "In Sachen Pflegekräftemangel ist es nicht mehr fünf vor, sondern bereits fünf nach 12. Der Personalmangel ist schon jetzt deutlich spürbar. Und er wird sich noch deutlich verschärfen", warnte Pensionistenverbandspräsident Peter Kostelka. Auch die NEOS vermissen Handlungen seitens der Regierung, wie Gesundheitssprecher Gerald Loacker sagte.

APA / NÖN.at Erstellt am 18. September 2021 | 14:27
Kostelka befürchtet weitere Verschärfung bei Pflegekräftemangel
Kostelka befürchtet weitere Verschärfung bei Pflegekräftemangel
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

"Die Regierung muss jetzt endlich die notwendigen Schritte setzen, sonst droht ein neuerlicher Pflegenotstand mit Chaos auf Kosten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen", so Kostelka in einer Aussendung am Samstag. Es müsse dringend neues Personal ausgebildet werden, fordert er. "Hier müssen wir jetzt auch besonders das Potenzial jener Personen nutzen, die durch Corona ihren Arbeitsplatz verloren haben bzw. daran denken, sich beruflich zu verändern."

Konkret brauche es flächendeckende, kostenlose Aus-, Um- und Weiterbildungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung während der Ausbildung, ein attraktives, faires Einstiegsgehalt und ein "gesundes" Arbeitsumfeld durch geregelte Dienst- und ausreichend Ruhe-Zeiten. "Bis 2030 brauchen wir 100.000 Menschen mehr im Pflegebereich." Die "vollmundig vor über 4 Jahren angekündigte Pflegereform" müsse endlich umgesetzt werden, fordert Kostelka.

"Die Pflegereform wird seit Jahren angekündigt und Minister nach Minister steht angeblich kurz vor der Präsentation, Sebastian Kurz hat 2018 einen 'Materplan Pflege' präsentiert. Jetzt zeigt sich aber wieder, dass es nach wie vor keine Pläne und keine Abstimmung zwischen den Ministerien gibt. Von Ankündigungen und Pressekonferenzen können sich die Betroffenen und Pflegenden aber nichts kaufen", kritisierte auch Loacker. Er verwies auf parlamentarische Anfragen, aus deren Beantwortung hervorgehe, dass es zu weniger Neueinsteiger in den Pflegeberuf gebe.