Taxifahrer in Seoul zündete sich aus Protest an. Erneut hat sich in Südkorea ein Taxifahrer aus Protest gegen einen geplanten Fahrdienstvermittler angezündet. Der 64-Jährige parkte am Mittwochabend nahe der US-Botschaft in der Hauptstadt Seoul und setzte sich in seinem Auto in Flammen. Augenzeugen zufolge war er noch bei Bewusstsein, als er aus dem brennenden Fahrzeug gezogen wurde, laut Polizei starb er später im Spital an seinen Verletzungen.

Von APA Red. Erstellt am 10. Januar 2019 (12:04)
APA/ag.
Mann starb an Verbrennungen

Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, hinterließ der Mann einen Abschiedsbrief, in dem er ein Verbot des in seinen Augen "illegalen" Dienstes fordert, der dem US-Anbieter Uber ähnelt. Eingeführt werden soll das Mitfahrsystem von der größten Messaging-App des Landes, KakaoTalk. Genutzt wird sie von bis zu 50 Millionen Südkoreanern.

Die Taxifahrer des Landes sehen sich durch Kakao Mobility in ihrer Existenz bedroht. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Proteste Zehntausender Fahrer in Seoul gegen den neuen Dienst. In anderen Ländern ist der US-Dienst Uber etablierten Taxiunternehmen ebenfalls ein Dorn im Auge.

Erst im Dezember hatte sich ein Taxifahrer vor dem Parlament in Seoul angezündet, auch er starb an seinen Verbrennungen. Der Anbieter verschob den für Mitte Dezember geplanten Start des Dienstes nach dem ersten Suizid.