Erstellt am 14. September 2018, 15:22

von APA Red

Hurrikan "Florence" trifft mit voller Wucht auf Land. Mit Wucht ist Hurrikan "Florence" auf die Südostküste der USA getroffen. Das Zentrum des Wirbelsturms erreichte mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h am Freitagmorgen (Ortszeit) den Ort Wrightsville Beach in North Carolina, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte.

Pick-up bahnt sich seinen Weg durch die Fluten in North Carolina  |  APA/dpa

Der Sturm sorgte für schwere Regenfälle und Überschwemmungen, 400.000 Menschen sind laut CNN ohne Strom.

Windgeschwindigkeiten von 150 km/h

Der Sturm entfaltete Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde, bewegte sich aber selbst mit nur neun Kilometern pro Stunde vorwärts. Damit gilt er als Hurrikan der niedrigsten Stufe 1. Trotzdem hat er zerstörerische Kraft und sorgte für schwere Fluten an der Küste, für Überschwemmungen, heftige Böen und extreme Regenfälle. Der Fernsehsender CNN berichtete, mehr als 400 000 Menschen in North und South Carolina seien ohne Strom.

Der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, sagte, es sei besonders gefährlich, dass sich "Florence" derart langsam bewege, sich sehr lange über den Küstengebieten halte und enorme Wassermassen dorthin trage. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, es liefen bereits viele Notfalleinsätze in der betroffenen Küstenregion.

Fünf Millionen Menschen könnten betroffen sein

Die Behörden rechnen damit, dass insgesamt fünf Millionen Menschen in einem riesigen Einzugsgebiet im gesamten Südosten der USA von Überschwemmungen betroffen sein könnten. Sturmfluten, die vom Ozean in die Flüsse und damit ins Hinterland drängen sowie ergiebiger Regen mit Billionen Litern Wasser könnten gemeinsam große zerstörerische Kraft entfalten.

Während Unentwegte teils auch auf Inseln ausharrten und mit Hilfe von Notstromaggregaten und Vorratshaltung durchzukommen versuchen, verließen Hunderttausende bereits am Donnerstag ihre Wohnungen. Sie fanden Unterschlupf bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. In der Hauptstadt Washington wurden wichtige politische Entscheidungen im Senat und im Abgeordnetenhaus verschoben.

"Wir sprechen über ein ausgedehntes Windfeld", sagte Fema-Leiter Brock Long am Donnerstag. "Sturmfluten werden ein großes Problem flussaufwärts sein." Regenbänder würden tagelang ihre über dem Atlantik aufgesogene Wasserlast über den Küstenabschnitten bis weit ins Landesinnere abladen. "Der Strom wird weg sein, vielleicht für Tage, vielleicht aber auch für Wochen", sagte Long.

Stromversorger haben Tausende Spezialkräfte aus vielen Teilen der Vereinigten Staaten in die Region entsandt, um nach Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen. Der Stromversorger Duke Energy geht von ein bis drei Millionen Haushalten und Unternehmen aus, die ohne Strom sein könnten. "Wir müssen damit rechnen, dass 75 Prozent unserer Kunden ohne Elektrizität sind", sagte der North-Carolina-Chef von Duke Energy, David Fountain.

Gouverneur Roy Cooper: "Katastrophale Fluten",

Der Gouverneur des US-Staates North Carolina, Roy Cooper, sprach von "katastrophalen Fluten", die zu erwarten seien. Mit Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia und Maryland haben fünf US-Staaten sowie der District of Columbia um die Hauptstadt Washington den Notstand ausgerufen. Die Flutwellen könnten mehrere Meter hoch ausfallen. "Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist groß", hatte Präsident Donald Trump in einer Video-Botschaft an die Küstenbewohner über den Wirbelsturm gesagt.

Hurrikans werden nach ihrer Windgeschwindigkeit in fünf Kategorien eingeteilt. "Florence" war in den vergangenen Tagen zunächst zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen, der zwischenzeitlich Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde aufwies. Am Mittwoch ließ er bereits an Stärke nach, rutschte dann in die Kategorie 3 und danach weiter auf die Stärke 2.

Die Gebiete entlang der südlichen US-Atlantikküste gleichen schon seit Mittwoch Geisterstädten. Fenster und Türen wurden verbarrikadiert, Läden und Supermärkte geschlossen, Hotels schickten ihre Gäste zurück. US-Medien verglichen "Florence" schon vor seiner Ankunft mit Wirbelstürmen wie "Katrina", der 2005 Tod und Schrecken über die Südstaaten gebracht hatte.