Klare 0:4-Pleite für SVM beim Absteiger Innsbruck. Der SV Mattersburg musste sich am Schlusstag der Qualifikationsgruppe bei Innsbruck – das trotzdem in die 2. Liga muss - mit 0:4 geschlagen geben. Nach dieser völlig verdienten, wenn auch unbedeutenden, Niederlage gilt die volle Konzentration nun dem Play-off-Halbfinale am Dienstag (19 Uhr) in Wien gegen Rapid.

Von Bernhard Fenz. Update am 25. Mai 2019 (19:20)

INNSBRUCK - MATTERSBURG 4:0. „Wir werden jeden einzelnen Spieler, der gesund ist, benötigen“, hatte Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt im Vorfeld der für Mattersburg so entscheidenden Phase der Meisterschaft gesagt. Der Klassenerhalt ist längst fixiert, nun steht das Play-off vor der Türe.

Der Coach durfte bei der angekündigten Rotation wörtlich genommen werden, schließlich schickte er in Innsbruck eine Elf aufs Feld, die zu einem überwiegenden Teil eine Mixtur aus Comebacklern und Akteuren, die den Spielen zuletzt eher von der zweiten Reihe aus beiwohnten, war. Mit Jungprofi David Nemeth war auch ein Debütant in der Startelf.  

Kein Wunder, dass fleißig durchgemischt wurde. Für Mattersburg ging es in Tirol um nichts mehr, am Dienstag (19 Uhr) folgt aber das Halbfinale im Play-off um den letzten internationalen Startplatz auswärts gegen Rapid. Klar also, dass Schmidt seine Stammkräfte schonte, zumal es im Fall eines Weiterkommens bei diesem K.o.-Duell ja bereits am Donnerstag (17 Uhr) mit dem Final-Hinspiel in Mattersburg gegen den Fünften der Meistergruppe Schlag auf Schlag weitergehen würde.

APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER

In diesem Zusammenhang kann man sich also den Stellenwert der Partie in Innsbruck – Vorsätze hin, Profi sein her - gut ausmalen. Trotzdem wollte der SVM eine, wie Schmidt forderte, anständige Leistung bringen. Das gelang definitiv nicht, die Darbietung der bunt zusammengewürfelten Truppe deckte sich mit dem angesprochenen Stellenwert. In keiner Phase der Partie konnte Mattersburg konstruktiv dagegenhalten, um dem Schlusslicht gefährlich zu werden.

Wacker Innsbruck, das im Fernduell mit Hartberg um den Klassenerhalt unbedingt gewinnen musste, trat hingegen vom Start weg so auf, wie es eben nötig war, um einmal die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Da waren Nachdruck und Wille erkennbar – und ein schneller Doppelschlag sorgte schon rasch für klare Verhältnisse. Erst versenkte der blendend aufgelegte Matthäus Taferner eine Hereingabe von Stefan Rakowitz zum 1:0, dann bedankte sich Zlatko Dedic bei Taferner nach einem Doppelpass für dessen Vorlage mit dem 2:0.

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Der Rest ist schnell erzählt. Innsbruck kontrollierte das Geschehen, kam auch noch zu mehreren guten Gelegenheiten (die allerdings Goalie Tino Casali großteils zunichte machen konnte) und traf dann nach einem Kopfball-Aufsitzer von Stefan Meusburger sowie einem Schuss von Alexander Gründler in der zweiten Halbzeit zumindest zum 3:0 und 4:0, mehr war aber nicht los am Tivoli - auch wenn’s komisch klingen mag.

Denn je länger die Partie dauerte, umso ruhiger wurde es im Stadion, fast schon gespenstisch leise. Das lag weniger an der Leistung der Innsbrucker am heutigen Tag, sondern vielmehr an der Tatsache, dass der Abstieg besiegelt war. Weil im Parallelspiel Hartberg gegen die Admira rasch nach der Pause das 2:0 erzielte (Endstand 3:1), war klar, dass die Innsbrucker am letzten Platz picken bleiben würden.  Eine schwarze Rauchwolke aus dem Wacker-Fanbereich sorgte dann auch visuell für den bitteren Abschluss einer letztlich bitteren Wacker-Saison.

Zurück zum SVM. Dort gilt nun die ganze Konzentration dem kommenden Dienstag, wenn es in Wien gegen Rapid im Halbfinale ums Eingemachte geht.

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STATISTIK

INNSBRUCK - MATTERSBURG 4:0 (2:0).

Torfolge:  1:0 (6.) Taferner, 2:0 (11.) Dedic, 3:0 (69.) Meusburger, 4:0 (87.) Gründler.

Gelb: Klem (39., Foul).

SR: Schüttengruber.- Tivoli, 4.800.

Innsbruck: Knett; Hupfauf, Maak, Meusburger, Klem; Kerschbaum, Taferner (63. Gabriele), Horvath; Rakowitz, Dedic (74. Gründler), Dieng (79. Rieder).

Mattersburg: Casali; Fran, Ortiz, Nemeth, Rath; Salomon (74. Erhardt), Hart (57. Höller); Perlak (65. Prosenik), Ertlthaler, Halper; Bürger.

STIMMEN

Philipp Erhardt: „Innsbruck hatte die bessere Einstellung und auch viel mehr Spannung, das war der Hauptgrund. Sicherlich ist es von der Ordnung her nicht so einfach, wenn die Mannschaft komplett neu zusammengestellt ist, aber es muss trotzdem mehr Feuer am Platz sein. Beim Play-off-Halbfinale am Dienstag ist alles möglich, dort werden wir eine ganz andere Einstellung und Mentalität am Platz zeigen. Jeder von uns glaubt fest daran, dass wir das schaffen können.“