EU-Wahl-Trendprognose: ÖVP deutlich vor SPÖ und FPÖ. Die ÖVP hat die EU-Wahl vom Sonntag mit großem Abstand vor der SPÖ gewonnen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 26. Mai 2019 (17:12)
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Karas und Co. mit klarem Stimmengewinn

Die zweite Trendprognose von ARGE Wahlen, SORA und Peter Hajek für APA, ORF und ATV zeigte die ÖVP erneut bei 34,5 Prozent, rund zehn Prozentpunkte vor der SPÖ mit 23,5 Prozent. Die FPÖ verliert und erreicht 17,5 Prozent. Die Grünen werden mit 13,5 Prozent zweistellig und ziehen wie die NEOS (8 Prozent) ins EU-Parlament.

Die zweite Trendprognose von 18.45 Uhr blieb gegenüber der ersten Prognose unverändert und bestätigte den großen Zugewinn für die ÖVP gegenüber 2014, als die Volkspartei auf 26,98 Prozent gekommen war. Die 34,5 Prozent bedeuten ein Plus von 7,5 Prozentpunkten. Von den innenpolitischen Turbulenzen der letzten Woche nicht profitieren konnte die SPÖ: Sie kommt demnach auf 23,5 Prozent, was sogar einen leichten Verlust bedeutet - 2014 erreichte die Sozialdemokratie noch 24,09 Prozent.

Die FPÖ bekam die Auswirkungen der Ibiza-Affäre doch zu spüren, kommt auf 17,5 Prozent und verliert damit rund 2,5 Prozentpunkte. Deutlich Haare lassen mussten sie gegenüber den Umfragen vor Aufkommen des Ibiza-Videos von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache.

Souverän den Wiedereinzug geschafft haben die NEOS, die mit 8 Prozent ihr Resultat von 2014 (8,14 Prozent) in etwa halten. Die Grünen verlieren zwar gegenüber ihrem Rekord-Ergebnis von 2014 (14,52 Prozent) - schaffen aber nach dem Rauswurf bei der Nationalratswahl 2017 mit den 13,5 Prozent und dem klaren Einzug ins EU-Parlament das politische "Comeback" mehr als deutlich. Gescheitert ist die Liste Europa JETZT, die mit rund 2 Prozent am Einzug scheiterte. Die Wahlbeteiligung dürfte deutlich steigen - auf mehr als 50 Prozent.

Für die Trendprognose kooperierten ORF, APA und ATV sowie die Wahlforscher/innen von SORA, Arge Wahlen und Peter Hajek erstmals. Dazu wurden von den Wahlforschern unabhängig voneinander Umfragen durchgeführt, am Wahlsonntag wurde daraus dann eine gemeinsame Trendprognose erstellt. Insgesamt wurden zwischen Dienstag und Sonntag 5.200 Interviews mit Wahlberechtigten in Österreich geführt. Die Trendprognose weist eine Schwankungsbreite von etwa +/- 2,5 Prozentpunkten auf.

Überschattet war ja der Urnengang davon, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vermutlich am Montag von SPÖ, FPÖ und JETZT im Nationalrat abgewählt wird. Umso mehr freute man sich in der Volkspartei über den Erfolg. In der Parteizentrale erschallten "Kanzler Kurz"-Sprechchöre. Generalsekretär Karl Nehammer sah ein starkes Votum für den Regierungschef. Auch die Listenzweite Karoline Edtstadler hält Kurz für gestärkt.

Beim vormaligen Koalitionspartner FPÖ war man froh, dass es nach Ibiza nicht noch schlimmer gekommen ist. Spitzenkandidat und Generalsekretär Harald Vilimsky sah die Freiheitlichen stabil: "Das zeigt, wie hoch unser Stammwählerpotenzial ist".

Unglücklicher war die SPÖ, die vom Ibiza-Skandal nicht profitieren kann. Geschäftsführer Thomas Drozda fand nur erfreulich, dass die Wahlbeteiligung gestiegen sei, nämlich auf deutlich über 50 Prozent. Beraten wird die SPÖ noch Sonntagabend in einem Parteipräsidium, wo nun möglicherweise nicht nur der Misstrauensantrag Thema sein wird.

Bei den NEOS wollte man sich die acht Prozent nicht schlecht reden lassen, seien diese doch drei Punkte mehr als bei der Nationalratswahl. Parteivize Nikolaus Scherak sah also ein "großartiges Ergebnis". Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte bei den Grünen, die Party machen, verwaist hingegen die Location von EUROPA Jetzt, dessen Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber mit zwei Prozent klar an einer späten Rückkehr nach Brüssel scheiterte.