Wohnhaus nach Gasexplosion in Wien einsturzgefährdet. Wahrscheinlich eine Gasexplosion in der Preßgasse in Wien-Wieden hat am Mittwochnachmittag vier Schwerverletzte und zahlreiche weitere Verletzte gefordert.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 26. Juni 2019 (19:06)
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Die Explosion war noch mehrere Meter entfernt zu spüren

Das Unglück ereignete sich gegen 16.35 Uhr. Die Polizei sperrte das betroffene Gebiet um die Margaretenstraße großräumig ab. Aus dem Gebäude wurden zehn bis 15 Menschen geborgen. Das Haus sei einsturzgefährdet. 

"Es gab vier Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Zwei Personen kamen in den Schockraum", sagte ein Sprecher der Wiener Berufsrettung nach 17.00 Uhr gegenüber der APA. Jeweils ein Schwerverletzter wurden laut KAV im AKH und im UKH Meidling behandelt. Insgesamt war vorerst von zehn Verletzten die Rede.

Kurz vor 19.00 Uhr präzisierte die Berufsrettung die Angaben zu den Verletzten. Demnach war jüngsten Einschätzungen zufolge von zwei männlichen Schwerverletzten auszugehen. Der eine wurde im Schockraum des AKH, der andere im UKH Meidling behandelt. Daneben gebe es zehn Leichtverletzte, hieß es.

"Wir von der Feuerwehr sind mit Fahrzeugen und mehr als hundert Mann Einsatz", ergänzte ein Sprecher der Wiener Feuerwehr. Die Explosion hatte die Region um die Preßgasse/Margaretenstraße erschüttert. Sie war noch in einer Entfernung von mehreren hundert Metern spürbar. "Es waren zwei Häuser betroffen. Dort sind mehrere Stockwerke eingestürzt", sagte ein Sprecher der Wiener Polizei.

Die in Mitleidenschaft gezogenen Häuser bildeten einen Anblick des Schreckens. Nach außen war am primär betroffenen Gebäude ein riesiges Loch zur Straßenseite entstanden. Das Gebäude wurde evakuiert. Auch in der Nachbarschaft traten Schäden durch Glasbruch und an den Außenfassaden auf.

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte standen bereits unmittelbar nach der Explosion im Einsatz. Die Rettung versorgte mit einem Katastrophenzug die Verletzten. "Wir sind unmittelbar nach der Explosion alarmiert worden. Es war zunächst nicht leicht, den eigentlichen Unglücksort herauszufiltern, weil so viele Menschen angerufen haben", erklärte der Sprecher der Feuerwehr. "Als wir am Unglücksort eintrafen, nahmen unsere Einsatzkräfte noch Gasgeruch wahr. Das ist der Grund, warum wir eine Gasexplosion für möglich bis wahrscheinlich halten."

Das nächste Nachbarhaus sei offenbar nicht einsturzgefährdet. Die Explosion dürfte sich zwischen dem zweiten und vierten Stock ereignet haben, hieß es an Ort und Stelle gegenüber der APA. 22 Wohnungen, in denen 42 Personen gemeldet sind, wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Auf einem am Unglücksort aufgenommenen Video, das sich über Twitter verbreitete, war ein Augenzeuge zu hören, der "Es riecht immer noch nach Gas" äußerte. Rauchschwaden waren zu sehen, am Boden lagen Glasscherben und Trümmerteile.

Von den Einsatzkräften wurde eine Sperre der Gasleitungen im Umkreis des Unglücksortes veranlasst. "Unser Hauptaugenmerk besteht derzeit darin, möglicherweise noch in dem Haus befindliche Personen zu finden, die sich von selbst aus nicht bemerkbar machen können. Dazu haben wir eine Rettungshundestaffel und eine Schallortungsgruppe im Einsatz", sagte der Feuerwehrsprecher.

Bei einem Lokal in der Margaretenstraße hatte die Polizei einen Treffpunkt für potenzielle Angehörige und sonst Betroffene eingerichtet. Weiterhin blieb die unmittelbare Umgebung beim Explosionsort abgesperrt.

"Die Verletzten haben zum größten Teil Trümmerverletzungen, Schnittverletzungen und Ähnliches erlitten", sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung. Über die genaue Zahl der Betroffenen und den exakten Schweregrad der Blessuren könne man noch nichts sagen.

Mehrere Straßenzüge wurden in Folge des Unglücks gesperrt. Davon betroffen waren die Preßgasse, die Heumühlgasse, die Operngasse ab Karlsplatz und die Margaretenstraße. Die Verbindung zwischen Wiedner Hauptstraße und Wienzeile über die Schleifmühlgasse war demgegenüber befahrbar.