Ein Jahr Türkis-Blau - Demo bisher ruhig. Rund 17.000 Demonstranten sind laut Polizei am Samstag anlässlich des 1. Jahrestags der Bildung der türkis-blauen Bundesregierung in Wien zusammengekommen, um gegen die Politik von ÖVP und FPÖ zu demonstrieren.

Von APA Red. Erstellt am 15. Dezember 2018 (17:22)
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Einige tausend Menschen demonstrierten gegen die ÖVP/FPÖ-Politik

Das "Bündnis heißer Herbst" startete am Nachmittag seinen Demonstrationszug, ab 18.00 Uhr war eine Abschlusskundgebung am Heldenplatz angesetzt. 

Laut einer Aussendung erstreckte sich der Demonstrationszug über circa 1,5 Kilometer. Zur Demonstration gegen "Rechtsruck, Rassismus und Sozialabbau" riefen linke und gewerkschaftliche Organisationen - unterstützt von SPÖ und Grünen - auf. Bis zu 10.000 Teilnehmer wurden im Vorfeld erwartet. Rund 500 Polizisten waren im Einsatz um für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.

"Ein Jahr nach der Regierungsangelobung von Schwarz-Blau gehen wir wieder auf die Straße, denn der Rechtsruck ist eine Gefahr für uns alle", hieß es seitens des Bündnisses. Die Demonstration startete um 14.00 Uhr in der Mariahilfer Straße beim Westbahnhof. Dort versammelten sich Teilnehmer mit Transparenten und Schildern, auf denen mit Parolen wie "Mindest-sichern, statt arm machen" gegen ein österreichisches Hartz IV oder mit den Worten "Anti-Basti, Anti-Strache, Anti-Kickl" gegen die Proponenten der Regierung protestiert wurde.

Auch die inzwischen zu einiger Berühmtheit gelangten "Omas gegen Rechts" waren mit von der Partie, nicht weit entfernt von einer Gruppe, die unter der Botschaft "Eure Politik stinkt mehr als alte Socken" mit abgetragenen Socken gegen die Regierung Front machte. In der Menschenmenge war auch die eine oder andere getragene Gelbweste zu sehen, die es zuletzt vor allem in Frankreich zum zentralen Protest-Accessoire geschafft hat. Anders als in Paris blieb in Wien am Nachmittag aber alles friedlich und ruhig.

Vom Broda-Platz setzte sich der Demonstrationszug über Gürtel, Burggasse und Wiener Ringstraße Richtung Heldenplatz in Bewegung, wo ab 18.00 Uhr die Abschlusskundgebung angesetzt war. Wegen des Aufmarschs kam es vorübergehend zu Behinderungen und Staus im Straßenverkehr, auch die eine oder andere Straßenbahn- und Buslinie war vorübergehend unterbrochen, Öffi-Benutzer mussten Verspätungen in Kauf nehmen.