Zahlreiche Verletzte nach Gasexplosion in Wohnhaus. Vermutlich bei einer Gasexplosion in einem mehrstöckigen Wohnhaus der Preßgasse in Wien-Wieden am Mittwochnachmittag gegen 16.35 Uhr sind zahlreiche Menschen verletzt worden, vier davon schwer.

Von APA Red. Erstellt am 26. Juni 2019 (19:47)
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Die Explosion war noch mehrere Meter entfernt zu spüren

Aus dem Gebäude wurden zehn bis 15 Menschen geborgen. Unter einem Schuttkegel vor dem primär von der Gasexplosion betroffenen Wohnhaus dürften noch Menschen verschüttet sein. Das Haus ist einsturzgefährdet.

"Es gab vier Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Zwei Personen kamen in den Schockraum", sagte ein Sprecher der Wiener Berufsrettung der APA. Jeweils ein Schwerverletzter wurden laut KAV im AKH und im UKH Meidling behandelt. Insgesamt war vorerst von zehn Verletzten die Rede.

Unter einem Schuttkegel vor dem primär von der Gasexplosion betroffenen Wohnhaus dürften Personen verschüttet worden sein. Das teilte der Sprecher der Berufsfeuerwehr, Christian Feiler, nach 19.00 Uhr der APA mit. Rettungshunde hätten angeschlagen, die Einsatzkräfte seien im Begriff, den "riesigen Schuttkegel abzutragen", sagte Feiler.

Dieser dürfte einen Pkw unter sich begraben haben. Feiler ging davon aus, "dass ein bis zwei Personen verschüttet wurden". Die Hunde hätten "etwas aufgespürt". Auch Kratzgeräusche wären geortet worden.

Die Suche nach den möglicherweise Verschütteten gestaltete sich schwierig. Die Trümmer mussten von den Feuerwehrleuten händisch beseitigt werden. Geräte konnten nicht eingesetzt werden, um mögliche unter dem Schutt begrabene Personen nicht zu verletzen.

Unterdessen rief die Wiener Polizei via Twitter dazu auf, aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen keine Fotos und Videos vom Vorfall im Internet zu verbreiten. Insgesamt standen am Mittwochabend 50 Polizeibeamte verschiedener Einheiten im Einsatz. Ihre Hauptaufgaben war die Absicherung des Unglückorts sowie umfangreiche Verkehrsmaßnahmen.

Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Mann und 30 Fahrzeugen im Einsatz, die Rettungshundestaffel und die Schallortungsgruppe des Katastrophenhilfsdienstes des Wiener Landesfeuerwehrverbandes waren mit vor Ort. Die Berufsrettung versorgte mit Teilen des K-Zugs verletzte und evakuierte Personen sowie Anrainer aus den umliegenden Wohnhäusern.

Die Explosion hatte die Region um die Preßgasse/Margaretenstraße erschüttert. Sie war noch in einer Entfernung von mehreren hundert Metern spürbar. "Es waren zwei Häuser betroffen. Dort sind mehrere Stockwerke eingestürzt", sagte ein Sprecher der Wiener Polizei.

Nach außen war am primär betroffenen Gebäude ein riesiges Loch zur Straßenseite entstanden. Das Gebäude wurde evakuiert. Auch in der Nachbarschaft wurden Fenster und Außenfassaden beschädigt.

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte standen bereits unmittelbar nach der Explosion im Einsatz. Die Rettung versorgte mit einem Katastrophenzug die Verletzten. "Wir sind unmittelbar nach der Explosion alarmiert worden. Es war zunächst nicht leicht, den eigentlichen Unglücksort herauszufiltern, weil so viele Menschen angerufen haben", erklärte der Sprecher der Feuerwehr. "Als wir am Unglücksort eintrafen, nahmen unsere Einsatzkräfte noch Gasgeruch wahr. Das ist der Grund, warum wir eine Gasexplosion für möglich bis wahrscheinlich halten."

Das nächste Nachbarhaus sei offenbar nicht einsturzgefährdet. Die Explosion dürfte sich zwischen dem zweiten und vierten Stock ereignet haben, hieß es an Ort und Stelle gegenüber der APA. 22 Wohnungen, in denen 42 Personen gemeldet sind, wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Auf einem am Unglücksort aufgenommenen Video, das sich über Twitter verbreitete, war ein Augenzeuge zu hören, der "Es riecht immer noch nach Gas" äußerte. Rauchschwaden waren zu sehen, am Boden lagen Glasscherben und Trümmerteile.

Bei einem Lokal in der Margaretenstraße hatte die Polizei einen Treffpunkt für potenzielle Angehörige und sonst Betroffene eingerichtet. Weiterhin blieb die unmittelbare Umgebung beim Explosionsort abgesperrt.

"Die Verletzten haben zum größten Teil Trümmerverletzungen, Schnittverletzungen und Ähnliches erlitten", sagte ein Sprecher der Wiener Berufsrettung. Über die genaue Zahl der Betroffenen und den exakten Schweregrad der Blessuren könne man noch nichts sagen.

Mehrere Straßenzüge wurden in Folge des Unglücks gesperrt. Davon betroffen waren die Preßgasse, die Heumühlgasse, die Operngasse ab Karlsplatz und die Margaretenstraße. Die Verbindung zwischen Wiedner Hauptstraße und Wienzeile über die Schleifmühlgasse war demgegenüber befahrbar.