Lawinengefahr sinkt weiter – Kälte am Wochenende. Die Lawinengefahr in Tirol, Vorarlberg und Steiermark ist am Donnerstag wieder auf "erheblich", also Stufe drei der fünfteiligen Skala, gesunken. Trotzdem seien die schon etwas älteren Triebschneeansammlungen mit Vorsicht zu beurteilen, warnten die Experten.

Von APA Red. Erstellt am 17. Januar 2019 (14:37)
APA (DIETMAR MATHIS FOTOGRAFIE)
Noch liegt viel Schnee, aber die größten Gefahren scheinen gebannt

Wintersportler werden zu äußerster Zurückhaltung gemahnt. Unerfahrenen wurde empfohlen, auf den geöffneten Routen zu bleiben. Mit spontanen Lawinenabgängen müsse weiterhin gerechnet werden, so die Warnung.

An steilen Grashängen seien unterhalb von rund 2.400 Metern außerdem viele mittlere und vereinzelt auch große Gleitschneelawinen möglich. Vorsicht sei vor allem auch in Hängen mit Gleitschneerissen geboten. Gleitschneelawinen können zu jeder Tages- und Nachtzeit abgehen, so die Experten. Skitouren würden Vorsicht und Zurückhaltung erfordern.

In Salzburg wurde ein Rettungsversuch für 30 Nonnen und einen Priester gestartet, die auf der Kinderalm in St. Veit im Pongau seit Tagen festsitzen. Das Kloster ist wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume von der Außenwelt abgeschnitten. Die Betroffenen haben genug Lebensmittel und Heizmaterialvorräte, erklärte Bürgermeister Manfred Brugger gegenüber dem ORF.

Das wegen der hohen Lawinengefahr auf der Zufahrtsstraße seit vergangenem Freitag geschlossene Berghotel Rudolfshütte im Salzburger Pinzgau wird am Samstag wieder den Betrieb aufnehmen. In Vorarlberg gab es im Verkehr praktisch keine Behinderungen mehr, sämtliche Hauptverbindungen - darunter der Arlbergpass - waren frei befahrbar. Vorerst weiterhin gesperrt blieb die Arlbergbahnstrecke zwischen Bludenz und Landeck, für die ein Schienenersatzverkehr eingerichtet war. Reisende mussten aber Verzögerungen bis zu einer Stunde in Kauf nehmen.

In der Steiermark sank die Lawinengefahr über 1.500 Meter Seehöhe auf Stufe drei. Unter der Baumgrenze war die Gefahr auf Stufe zwei - "mäßig". Laut dem Lawinenwarndienst sei mit dem neuerlichen Sinken der Temperatur die Gefahr von sehr großen, spontanen Schneebrettlawinen deutlich zurückgegangen. Die Hauptprobleme waren spontane Gleitschneelawinen, die in allen Höhenlagen aus steilen Wiesenhängen abgehen können, sowie der störanfällige Triebschnee in den Hochlagen und bis in bewaldete Bereiche hinunter, der schon durch geringe Zusatzbelastung gestört werden kann. Durch die Aufhebung mehrerer Straßensperren befanden sich Donnerstagfrüh noch rund 260 Menschen in schwer zugänglichen Bereichen, hieß es aus dem Büro von Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer.

Auch in Oberösterreich entspannte sich die Wettersituation. Die drei Salzkammergut-Gemeinden Gosau, Hallstatt und Obertraun waren wieder erreichbar. Die Straßensperren wurden Mittwochabend aufgehoben, Pyhrn-, Hengst- und Koppenpass blieben jedoch bis auf weiteres zu.

In Niederösterreich waren am Donnerstag am Hochkar im Bezirk Scheibbs rund 400 Helfer im Einsatz und dabei hauptsächlich mit der Schneeräumung beschäftigt. Die Alpenstraße war für Einsatzkräfte und Versorgungstransporte zweispurig geöffnet, teilte Göstlings Bürgermeister Friedrich Fahrnberger mit. Seitens des Landes NÖ wurde ein Unterstützungspaket für Betriebe in von Wetterkapriolen betroffenen Gebieten angekündigt.

Die Entspannung nach den zuletzt massiven Schneefällen wird sich auch beim Wochenendwetter fortsetzen. Ab Freitagnachmittag ist es oft sonnig und trocken. Im Norden und Osten halten sich am Samstag und Sonntag mehr Wolken, insgesamt wird es merklich kälter, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).