Klosterneuburger Verkehrs-Lückenschluss unter heftigem Beschuss

„Den Anrainern ein faules Ei gelegt“: FPÖ sieht den Bau des Radweganschlusses Agnesbrücke als Deal zur Umwidmung der Weilguni-Gründe.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:36
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Der Radweg- Lückenschluss Agnesbrücke: Nach der FPÖ „ein stinkendes faules Ei“. Auch aus der Bevölkerung gibt es einige kritische Stimmen.
Foto: Hornstein

Nach Ansicht von FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko diente der Radweganschluss Agnesbrücke lediglich als „verkehrstechnisches Deckmäntelchen“ für die Umwidmung des Weilguni-Areals in Bauland/Kerngebiet zwecks Errichtung von zwei fünfgeschoßigen Wohnbauklötzen: „Mit der Umsetzung der von der Radlobby geforderten Radweganbindung Agnesbrücke haben ÖVP, NEOS, PUK und Grüne den Anrainern des Weilguni-Areals ein stinkendes faules Ei gelegt.“

Der von der Klosterneuburger Radlobby geforderte und von PUK und Grünen forcierte Radweganschluss Agnesbrücke steht schon seit jeher unter heftiger Kritik der FPÖ, für die er als Killerargument diente gegen die verkehrstechnischen Befürchtungen der von der Umwidmung des Weilguni-Areals betroffenen Anrainer: „Mit der neuen Radweganbindung ist auch ein idealer Anschluss an das Radwegenetz der Stadt Wien für Berufspendler gegeben“, meinte der Verkehrsgutachter Anfang September 2021.

Schon im März 2021 habe sich der Verkehrsstadtrat medial bei der Radlobby und bei Wirtschaftskammerobmann Markus Fuchs für die Unterstützung bei der Umsetzung des Radweganschlusses Agnesbrücke bedankt: „So wird die Anbindung des Siedlungsgebietes inklusive dem künftigen ökologischen Stadtteil auf den Weilguni-Gründen gesichert.“

Pitschko: „Derselbe PUK-Verkehrsstadtrat genierte sich allerdings nicht, bei der Gemeinderatssitzung im September 2021 ein Verkehrskonzept vor der Umwidmung des Areals zu fordern. Ich vermute, dass die Zustimmung der ÖVP für den teuren Radweganschluss bereits unter dem Aspekt erfolgte, ein verkehrstechnisches Argument für die beabsichtigte Umwidmung des Weilguni-Geländes zu haben. Das hat der politisch naive Verkehrsstadtrat allerdings nicht durchschaut.“

Kritik aus der Bevölkerung

Auch aus der Bevölkerung gibt es kritische Stimmen bezüglich des Radweganschlusses. Er sei zu bunt, man kenne sich nicht aus, die Verkehrsregelung sei zu umständlich, die Bushaltestelle eine echte Gefahrenstelle.

Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK) verteidigt das Projekt: „Der Bau des Radwegs, der neben dem gesamten Siedlungsgebiet der Leopold-Weinmayer-Straße auch das Weilguni-Areal erschließt, war ein proaktiver Schritt, die Anbindung für den Radverkehr herzustellen.“ Die städtebaulichen Details (abgesehen von der Radwegführung durch das Areal) seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen.

Kehrer: „Seit diese bekannt wurden, mahnte ich die Übergabe an den Verkehrsausschuss zur Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes vor einer Widmungsänderung ein - doch dem wurde bekanntlich nicht stattgegeben, stattdessen wurde die Widmung gegen unsere eindringlichen Warnungen durchgeboxt. Dass Herrn Pitschko der Radweg ein Dorn im Auge ist, ist offensichtlich, umso erfreulicher finde ich, dass er bei der Entscheidung zum Bau im Gemeinderat nicht dagegen stimmte.“