Zehn sind in Klosterneuburg infiziert. Nach hartnäckigen NÖN-Anfragen gibt es nun auch für die Stadt offizielle Zahlen.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 31. März 2020 (10:51)
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Natürlich sind Fallzahlen auf einzelne Regionen heruntergebrochen problematisch. Die nicht einschätzbare Dunkelziffer und die im Verhältnis zu den Testungen stehende Anzahl der Infizierten geben kein exaktes Ergebnis der Zahl der Erkrankten ab. Trotzdem ist den Klosterneuburgern wichtig zu wissen, wie weit die Pandemie auch in der Babenbergerstadt fortgeschritten ist. Das beweisen zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung, die in den letzten Tagen an die NÖN Redaktion gestellt wurden.

Hier Zahlen zu erhalten, war selbst für die NÖN nicht leicht. Anfragen beim Sanitätsstab des Amts der NÖ Landesregierung, bei der Bezirkshauptmannschaft und selbst bei der Stadtgemeinde wurden mit dem Argument des Datenschutzes nicht beantwortet. Erst nach Intervention bei den obersten Kreisen der Landesregierung hat nun auch Klosterneuburg Zahlen über die Covid-19-Getesteten: Zehn Klosterneuburger sind positiv getestet, vier genesen und – Gott sei Dank – ist noch niemand gestorben.

„Die Entscheidung über die Veröffentlichung lag nicht in der Hand der Stadtgemeinde“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und ergänzt: „Aber ich glaube, dass es Sinn macht, die Bevölkerung immer umfassend zu informieren und klar zu sagen, was Sache ist.“

Mit „nur“ zehn Fällen ist Klosterneuburg den Fängen des Virus derzeit (noch) weitgehendst entkommen. Schmuckenschlager: „Natürlich ist jeder Einzelfall ein Schicksalschlag, aber die aktuelle Anzahl zeigt auch, dass die beschlossenen mMaßnahmen diszipliniert von der Bevölkerung eingehalten werden und ein Gesamtschutz erreicht werden kann.“

„Aber ich glaube, dass es Sinn macht, die Bevölkerung immer umfassend zu informieren und klar zu sagen, was Sache ist.“

Die doch geringe Anzahl an Coronainfizierten erklärt sich Schmuckenschlager so: „Einerseits herrscht genügend Vernunft, vorsichtig zu sein. Dafür kann man sich immer nur bedanken. Andererseits hat Klosterneuburg nicht die Charakteristik eines Ballungszentrums mit hoher Bevölkerungsdichte.“

Die Situation ist für den Bürgermeister sehr ernst und besorgniserregend. Das zeigt sich sowohl in seiner Tätigkeit als auch privat. „Die Arbeit hat sich verlagert. Viele Termine sind abgesagt, gleichzeitig ist ein riesiger Abstimmungsbereich in der Kommunikation und Organisation in der Stadtgemeinde notwendig.“ Privat geht es dem Bürgermeister wie vielen Eltern schulpflichtiger Kinder: „Wir versuchen so gut als möglich, das Lernen zu Hause mit den Kindern zu bewältigen, wobei hier die Hauptaufgabe sicher meine Frau übernimmt.“

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