PUK will Brücke für Fußgänger und Radler. Jetzt meldet sich die PUK zu Wort. Eine Brücke für Autos lehnt sie ab. Für Radfahrer käme sie aber infrage.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 21. Februar 2019 (04:15)
PUK
Dort, wo jetzt die alte Fähre Klosterneuburg mit Korneuburg verbindet, könnte das in Zukunft eine Auto-Brücke tun. Für Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer ist das ein verkehrs- und umwelttechnisches No-Go.

„Mit der Donaubrücke für den Autoverkehr wird vor allem eines versprochen: Verkehrliche Entlastung. Doch genau mit dieser ist nicht zu rechnen.“ So die Meinung der PUK (Plattform Unser Klosterneuburg). Der tägliche Stau auf der A22 auf der Auffahrt zur Nordbrücke ließe erahnen, in welche Richtung Kfz-Pendler künftig ausweichen.

„Eine Donaubrücke mag für bestimmte Wege bequem erscheinen, das kann ich nachvollziehen“, so PUK-Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer, der im Brotberuf Verkehrswissenschafter an der TU Wien ist, „doch die B14 ist mit bereits 38.000 Kfz pro Tag stark ausgelastet, bislang läuft der Verkehr aber meist noch flüssig. Eine Brücke würde das vermutlich ändern, die Konsequenz wären Staus und frustrierte Klosterneuburger.“ Um der Nordbrücke zu entgehen, würden zahlreiche Autofahrer bereits frühzeitig die Donau queren und Klosterneuburg mit Lärm, Staub und Stau weiter belasten.

Eine solche Brücke müsste die Au beim Uferhaus durchqueren. „Schon alleine aus Gründen des Umweltschutzes ist eine Donaubrücke daher strikt abzulehnen“, so PUK-Gemeinderat Hehberger, „Lebensräume für Tiere werden vernichtet, und das in einem Biosphärenpark. Naherholungsgebiete für die Bevölkerung werden beschnitten, und das beliebte Uferhaus wäre Geschichte.“

Brücke würde über 100 Millionen kosten

„Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, und das tun wir als PUK, ist eine Autobrücke zwischen Klosterneuburg und Wien kontraproduktiv. Alle Parteien einigten sich auf Leitsätze zum Klimaschutz – an denen sind wir nun auch zu messen!“, so Kehrer weiter, der zudem die Kosten für eine Brücke kritisiert „Ein Projekt von über 100 Millionen Euro kann ohnehin nur das Land stemmen. Für einen Bruchteil des Geldes könnten wir nachhaltig in den Schienenverkehr investieren und die S-Bahn-Takte weiter verdichten.“

Vision Fußgeherbrücke zur Donauinsel

Der grundsätzliche Reiz einer Brücke ist nachvollziehbar. Kehrer schwebt hier langfristig eine andere Variante vor: „Eine Fußgeher- und Fahrradbrücke via

Pionierinsel auf die Donauinsel würde mit einem Schlag ein riesiges Naherholungsgebiet erschließen und den Weg nach Langenzersdorf und Korneuburg für Radfahrer verkürzen.“

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) steht einer Brücke für Radfahrer skeptisch gegenüber: „Mir fiel bislang zwar kein Stau am Radweg nach Wien auf, aber ich lass mir gerne die Dringlichkeit einer solchen Maßnahme erläutern. Bis dahin können wir das Projekt zu jenen Ideen ordnen, die umgesetzt werden, wenn die Gemeinde nicht mehr weiß, was sie mit ihrem Geld tun soll.“