Die Safeknacker von Klosterneuburg. Das Landeskriminalamt NÖ fahndet nach den Tätern, die in drei Banken in NÖ und Wien Schließfächer geknackt haben. Jetzt werden Zeugen gesucht.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 25. November 2020 (04:05)

Drei Banken, zwei Bundesländer, vermutlich eine Bande und unzählige geleerte Bankschließfächer – das ist die vorläufige Bilanz einer Einbruchdiebstahlserie Mitte November. Am Abend des 13. November haben die Täter auch bei der Bank Austria Filiale in Klosterneuburg zugeschlagen. Nun ermittelt das Landeskriminalamt Niederösterreich und sucht nach Zeugen.

Betroffene Kunden wurden informiert

Die Nachricht hat wohl jeden Schließfachbesitzer in Klosterneuburg nervös gemacht. Letzten Freitag ging die Meldung durch die Medien, dass neben der Raiffeisenbank in Mödling auch eine Bank in der Babenbergerstadt von den noch unbekannten Tätern heimgesucht wurde und dort ebenfalls Schließfächer geleert wurden. Schnell war klar, dass es die Bank Austria in Klosterneuburg war.

„Wir bedauern den Vorfall sehr, die Ursachen dieses Einzelfalls werden aktuell mit unseren Dienstleistern und den Behörden detailliert untersucht. Alle notwendigen Maßnahmen wurden ergriffen.“ Matthias Raftl, Pressesprecher Bank Austria

„Einige wenige Safeboxen in der Safeanlage der Filiale Klosterneuburg, die den höchsten Sicherheitsstandards entspricht, wurden Mitte November aufgebrochen, die Polizei wurde sofort eingeschaltet und ermittelt in der Sache“, bestätigt Matthias Raftl, Pressesprecher der Bank Austria. Zunächst waren Beamte der Klosterneuburger Polizei vor Ort. „Die ersten Schritte bei der Tatortaufarbeitung erfolgten von der Polizeiinspektion Klosterneuburg. Diese wurde dann vom Landeskriminalamt Niederösterreich übernommen“, erklärt Chefinspektor Georg Wallner von der Polizei Klosterneuburg.

Die Arbeit läuft seitdem in vollen Zügen. Neben der Spurensicherung veröffentlichte das Landeskriminalamt nun auch Bilder aus den Überwachungskameras. Aber nicht nur die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Auch die betroffene Bank möchte – gemeinsam mit der Exekutive – klären, wie es zu der Tat kommen konnte. „Wir bedauern den Vorfall sehr, die Ursachen dieses Einzelfalls werden aktuell mit unseren Dienstleistern und den Behörden detailliert untersucht. Alle notwendigen Maßnahmen wurden ergriffen“, so Raftl.

Als Erstes wurden die betroffenen Kunden bereits direkt und persönlich von der Klosterneuburger Bank informiert. „Auch alle Safe-Inhaber der Safe-Anlage Klosterneuburg, die nicht betroffen sind, werden von uns kontaktiert. Zudem wurde der Zutritt zu allen Safe-Anlagen bis auf Weiteres auf die Öffnungszeiten der Filialen beschränkt“, informiert Raftl.

„Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, geben wir in Absprache mit den Behörden darüber hinaus keine weiteren Informationen“

Die Schließfächer der betroffenen Kunden sind – so wie alle Schließfächer – mit einer Summe von 3.635 Euro versichert. Der Abschluss von Zusatzversicherungen obliegt allerdings jedem Kunden selbst.

„Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, geben wir in Absprache mit den Behörden darüber hinaus keine weiteren Informationen“, hofft Raftl auf weitere Zeugen, die bei der Aufklärung der Coups in Klosterneuburg, Mödling und Wien helfen können. Auf solche Zeugen hofft auch das Landeskriminalamt NÖ und geht bereits eingetroffenen Hinweisen nach. „Es sind gute Ansätze darunter“, bestätigt Polizeisprecher Johann Baumschlager. Ausgegangen werde derzeit von mehr als sechs Verdächtigen. Zu den auf Videoaufnahmen sichtbaren Tätern kämen noch mögliche Lenker von Fluchtfahrzeugen und etwaige im Hintergrund agierende IT-Spezialisten. Trotz der ersten Erkenntnisse hofft die Polizei auf weitere Hinweise, um die Taten aufklären zu können.